Jemen: Chaos und neue Kämpfe in Sanaa

Sanaa - Nach dem blutigen Sonntag im Jemen geht das Blutvergießen in der Hauptstadt Sanaa weiter. Die Republikanische Garde schoss dort am Montag erneut auf Demonstranten. Mindestens drei Menschen starben.

Nach ersten Informationen aus Sanaa starben drei Menschen; zahlreiche weitere wurden verletzt. Am Vortag hatten Angehörige der Garde, die loyal zu Präsident Ali Abdullah Salih steht, nach Angaben der Protestbewegung 26 Demonstranten erschossen.

Augenzeugen berichteten, nachdem die Salih-Gegner ihre Zeltstadt auf dem “Platz des Wandels“ in der Nacht vergrößert hätten, seien sie von den Sicherheitskräften am Vormittag mit Waffengewalt aus diesen neu besetzten Gebieten vertrieben worden. “Die Lage ist sehr angespannt“, sagte ein Bewohner der Hauptstadt.

Die Protestbewegung hatte am Sonntag erneut eine Demonstration in Sanaa organisiert, bei der Zehntausende Salihs Rücktritt forderten. Der seit 1978 regierende Staatschef lässt sich seit einem Bombenanschlag im Juni, bei dem er schwer verletzt wurde, in Saudi-Arabien behandeln. Seit Mai weigert sich der 69-Jährige beharrlich, einen Plan der Golfstaaten für eine geordnete Übergabe der Macht zu akzeptieren. Die Protestbewegung, die ihre Demonstrationen im Februar begonnen hatte, fordert kategorisch seinen Rücktritt. Außerdem will sie Salih und mehrere hochrangige Funktionäre vor Gericht stellen.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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