HNA-Kommentar

Eine Wette auf die Zukunft - Jens Nähler über die WhatsApp-Übernahme durch Facebook

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Jens Nähler, E-Mail: jna@hna.de

Zwei der weltgrößten Online-Netzwerke gehören künftig zusammen: Facebook mit seinen mehr als 1,2 Milliarden Mitgliedern schluckt WhatsApp. Ein Kommentar von Jens Nähler aus der Online-Redaktion.

19 Milliarden Dollar. In Zahlen: 19.000.000.000. Wie soll sich eine solch gigantische Investition für Facebook jemals refinanzieren? Glauben kann man den Worten Mark Zuckerbergs, dass WhatsApp als eigene Marke bestehen bleiben wird. Das war bereits bei Instagram so, das Facebook für eine Milliarde Dollar schluckte. Doch zeichnete WhatsApp bisher aus, dass es werbefrei war. Facebook jedoch finanziert sich durch Werbung. Kann das auf Dauer funktionieren?

Immerhin: WhatsApp hat ein Geschäftsmodell, das aus einer Abo-Gebühr besteht. Im ersten Jahr ist die Nutzung kostenlos, danach werden Nutzer mit 89 Cent im Jahr zur Kasse gebeten. Für die bisher 450 Millionen Anwender ist das überschaubar teuer. Doch selbst, wenn diese alle zahlen würden, dauerte es fast drei Jahrzehnte, bis Facebook den Kaufpreis wieder reingeholt hätte.

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Natürlich handelt es sich um einen strategischen Deal: WhatsApp als Konkurrent mit einem jungen Publikum war auch bei Google begehrt. Facebook wirkt ein bisschen wie der FC Bayern München, der eilig das Beste am Markt kauft, bevor es andere kriegen. Das Geld dafür wäre jedenfalls da, auch bei Google oder Apple.

Facebook wettet auf die Zukunft: Es spekuliert darauf, dass das rasant wachsende Netzwerk noch teurer geworden wäre. Und als Konkurrent vor allem gefährlicher. Jetzt aber ist WhatsApp ein Teil des größten Netzwerkes der Welt und bringt einen sagenhaften Datenschatz von 450 Millionen Telefonnummern mit sich.

Zwar lässt Facebook 1,2 Milliarden Menschen weltweit inhaltlich eng zusammenrücken - hinsichtlich der Kommunikation der Nutzer untereinander hinkt es jedoch hinterher. Daher kann es auch nur eine Frage der Zeit sein, bis die Telefondaten aus WhatsApp mit Facebook verknüpft werden.

Ein gewichtiges Argument für 19 Milliarden Dollar in Zeiten, in denen Jahr für Jahr weltweit über eine Milliarde Smartphones abgesetzt werden.

Von Jens Nähler

Radio-Interview

Anm. der Redaktion: Leider beinhaltet das Radio-Interview einen Versprecher: Natürlich hat Facebook 1,2 Milliarde Nutzer weltweit und nicht, wie im Interview, 1,2 Millionen.

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