Gauck zu Antrittsbesuch in Schweden

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Bundespräsident Joachim Gauck (2.v.l.) und seine Lebensgefaehrtin Daniela Schadt besuchten am Freitag Schweden und trafen dort König Carl Gustav und Königin Silvia

Stockholm - Besuch im Königreich: Bundespräsident Joachim Gauck ist am Freitag zu einem eintägigen Besuch in Schweden eingetroffen.

Joachim Gauck in seinem “Sehnsuchtsland“: Der Bundespräsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt sind am Freitag in Schweden mit großem Protokoll empfangen worden. In Stockholm trafen beide gleich mehrfach mit König Carl XVI. Gustav und Königin Silvia zusammen. “Meine Enkelkinder sind total neidisch auf mich“, zeigte sich Gauck geehrt. “Ganz Deutschland schaut mit großen Augen auf das Königshaus.“

Anlass des eintägigen Besuchs waren die Jubiläumsfeiern zum 400-jährigen Bestehen der Deutschen Schule in Stockholm, an denen das schwedische Königspaar teilnahm. “Das Aufwachsen mit einer weiteren Sprache und Kultur gibt den Schülern der deutschen Auslandsschulen einen einzigartigen Zugang zu dem Land, in dem sie leben“, lobte Gauck, der mit viel Beifall begrüßt wurde. Hier würden “freie Schüler zu freien Menschen erzogen“. Seine eigene Schulzeit in der DDR habe er dagegen in Erziehungsanstalten “für Untertanen“ verbracht.

“Die Fähre fuhr da hinaus“

In den Zeiten des Kalten Krieges sei Schweden für ihn ein “Sehnsuchtsland“ gewesen, sagte Gauck, der an der Ostsee aufwuchs, am Rande des eintägigen Besuchs: “Die Fähre fuhr da hinaus“. Er habe vor dem Mauerbau in Rostock schwedisch gelernt. Später führte ihn als Pfarrer eine Dienstreise in das skandinavische Land. Als er danach in Rostock einen “Lichtbildvortrag“ über seine Reise veranstaltet habe, hätte ihn die Stasi fast verhaftet.

Bundespräsident Joachim Gauck zu Antrittsbesuch in Schweden

Bundespräsident Joachim Gauck zu Antrittsbesuch in Schweden

“Bei vielen Ossis, vor allem im Norden, gab es eine fast mythische Schwedenverehrung“, erzählte Gauck. Das Land mit sozialem Ausgleich und früher Frauenemanzipation sei damals ein “Gegenentwurf“ zum verzerrten Kapitalismusbild der Kommunisten gewesen.

Auch Königin Silvia, geborene Sommerlath, wurde in ihrer auf Deutsch gehaltenen Ansprache persönlich. Sie erzählte von ihrer Zeit auf einer deutschen Auslandsschule in Brasilien. Das Leben in einer solchen Bildungseinrichtung sei “nicht immer einfach“. Aber man könne viel Neues lernen. “Ich glaube, das ist doch die Mühen wert“, beruhigte die Königin die Schüler.

Mittagessen im Königspalast

Nach der bewegenden Jubiläumsfeier an der Deutschen Schule waren Gauck und seine Lebensgefährtin zu einem Mittagessen in den Königspalast geladen. Auf dem Besuchsprogramm des Bundespräsidenten stand danach ein Treffen mit schwedischen Unternehmern. Daniela Schadt besuchte die deutsche St.-Gertruds-Kirche - allerdings ohne Königin Silvia, wie ursprünglich geplant.

Die offizielle Reise nach Schweden war schon von Gaucks zurückgetretenem Vorgänger Christian Wulff vereinbart worden. Zuletzt hatte Bundespräsident Johannes Rau dem skandinavischen Land im Mai 2003 einen Staatsbesuch abgestattet.

dapd

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