2012 über eine halbe Million neue reguläre Arbeitsplätze – Weniger befristet Beschäftigte

Jobmotor läuft wieder rund

Auf der Suche: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt deutlich verbessert. Foto: dpa

WIESBADEN. Die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat im vergangenen Jahr für mehr als eine halbe Million zusätzliche reguläre Jobs gesorgt. Die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten – das sind unter anderem Minijobber, Zeitarbeiter oder befristet Eingestellte – sank im Vergleich zu 2011 dagegen um 146 000 auf 7,89 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Damit setze sich die Entwicklung der letzten Jahre fort, bei der sich die Zunahme „atypischer“ Beschäftigung verlangsamt habe und jetzt sogar etwas rückläufig sei. Nach Angaben der Statistiker ist damit erstmals seit 1991 bei steigender Erwerbstätigkeit die Zahl „atypischer“ Jobs gesunken. Die Zahl der Menschen in Normalarbeitsverhältnissen erhöhte sich dagegen 2012 um 504 000 auf 24,2 Millionen. Insgesamt waren 36,2 Millionen Menschen erwerbstätig.

Die größte Gruppe unter den atypisch Beschäftigten sind Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenstunden. Dieses Modell nutzen rund fünf Millionen. Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft erklärt den Rückgang der atypischen Beschäftigung mit der stabilen Konjunktur und der anhaltend hohen Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften. Die Firmen seien heute eher bereit, Arbeitskräfte Vollzeit und unbefristet einzustellen als etwa noch in den Krisenjahren 2008 und 2009.

Jedoch muss konkret auf die Branchen geschaut werden: So hat etwa beim Vergleich der Jahre 2006 und 2012 im Bereich von Handel, Gastgewerbe und Verkehr nicht nur die Gesamtzahl der Jobs, sondern auch die atypische Beschäftigung zugenommen: von 4,805 Millionen auf 4,944 Millionen Beschäftigungsverhältnisse.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg bestätigt den Gesamttrend hin zu wieder mehr unbefristeten Jobs. Zugleich habe aber seit 2006 der Niedriglohnsektor und die Zahl der Leiharbeiter zugenommen. Langzeituntersuchungen darüber, ob einst atypisch Beschäftigte vermehrt den Sprung in normale Jobs geschafft haben, gebe es nicht, so das IAB.

Von Jörg S. Carl

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