Gelungener Kompromiss

Jörg S. Carl über den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Jörg Stefan Carl

Potsdam. Rückwirkend zum 1. März steigen die Monatsgehälter der 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen um drei Prozent, mindestens aber um 90 Euro. Darauf haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes geeinigt. Ein Kommentar von Jörg S. Carl über den Tarifabschluss:

Am Ende ging es schnell: Nur eine größere Warnstreikwelle rollte übers Land, sie war genug Drohkulisse, um die Arbeitgeber zum Einlenken zu bewegen. Das fiel Kommunen und Bund diesmal ausnahmsweise nicht allzu schwer. Die Kassenlage ist zwar angespannt, aber angesichts der aktuellen Steuermehreinnahmen nicht so prekär, als dass man Beschäftigte nicht angemessen entlohnen könnte.

Die Verhandlungsführer der Arbeitgeber hatten von Beginn an Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaft gezeigt: Man müsse vor allem die unteren Einkommensgruppen besser entlohnen. Auf dieser Grundlage gelang gestern der Abschluss. Rückwirkend zum 1. März steigen die Gehälter um 3 Prozent. Ab 2015 gibt es nochmals 2,4 Prozent mehr. Die Bezüge von Geringverdienern steigen um mindestens 90 Euro. Das ist gerecht, weil es den Angestellten in den niedrigen Tarifgruppen hilft. Allerdings könnte sich die Erhöhung als dicke Kröte für die öffentlichen Haushalte erweisen. Nämlich dann, wenn Verdi stets neu eine solche Lohnerhöhung verlangt. Dann wären lange Arbeitskämpfe nicht ausgeschlossen.

Kontakt zum Autor: jsc@hna.de

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