Ernster Vorfall

Jordanischer Polizist erschießt drei Ausbilder aus USA und Südafrika

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König Abdullah II besucht einen der Verletzten im Krankenhaus.

Amman - Jordanien ist ein enger Verbündeter der USA. Im Osten der Hauptstadt Amman trainieren amerikanische und andere Ausbilder jordanische Sicherheitskräfte. Ein Polizist eröffnet dort das Feuer. Warum, ist bislang unklar.

Ein jordanischer Polizist hat in einem Trainingszentrum östlich der Hauptstadt Amman zwei Ausbilder aus den USA und einen aus Südafrika erschossen. Auch der Schütze und ein jordanischer Angestellter seien ums Leben gekommen, meldete die jordanische Nachrichtenseite Al-Ghad am Montag. Zwei weitere US-Trainer und drei Jordanier seien verletzt worden. Das Motiv des Schützen war zunächst unklar. Die Tat ereignete sich am zehnten Jahrestag einer Anschlagsserie von Extremisten auf Hotels in Amman. US-Präsident Barack Obama sagte, man nehme den Vorfall „sehr ernst“.

Der Schütze habe in einer Kantine das Feuer auf die Ausbilder und seine Kollegen eröffnet, hieß es aus jordanischen Sicherheitskreisen. Einem Regierungssprecher zufolge töteten Polizeikräfte den Angreifer. Jordanische Medien hatten zuvor berichtet, der Mann habe sich selbst umgebracht. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. In dem Trainingszentrum werden Polizisten aus unterschiedlichen Ländern ausgebildet, darunter Palästinenser, Libyer und Iraker.

„Wir werden sehr eng mit den Jordaniern zusammenarbeiten, um herauszufinden, was genau passiert ist“, sagte Obama vor einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Weißen Haus. Die Familien der Getöteten seien bereits informiert worden. Diesen sprachen Obama und Netanjahu ihr Beileid aus.

Am 9. November 2005 hatten drei Selbstmordattentäter in Amman 60 Menschen mit in den Tod gerissen. Die stärkste Explosion ereignete sich im Radisson SAS Hotel während einer Hochzeitsfeier, wo sich der Terrorist unter die Gäste mischte. Auch in den Fünf-Sterne-Hotels Grand Hyatt und Days Inn detonieren Bomben.

Die bis dahin im Irak operierende Gruppe Al-Kaida im Zweistromland um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekannte sich zu der Tat. Aus ihr ging später die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hervor. Jordanien beteiligt sich an der von den USA geführten Koalition, die die Extremisten in Syrien aus der Luft bombardiert.

Der IS hatte Ende Dezember den jordanischen Piloten Muas al-Kasasba gefangen genommen, der über Syrien abgestürzt war. Die Terrormiliz verbrannte ihn bei lebendigem Leib und veröffentlichte dazu ein Video. Jordanien ließe daraufhin die Gefangene Sadschida al-Rischawi hinrichten, die 2005 mit einem Selbstmordattentat gescheitert war.

dpa

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