Journalistenfrage auf Pressekonferenz

Griesgrämige GroKo-Chefs? Merkels Antwort sorgt für Lacher

+
Horst Seehofer, Angela Merkel und Olaf Scholz auf der Pressekonferenz zur Großen Koalition

Ein Journalist bezeichnet bei der Groko-Pressekonferenz am Montag die drei Parteichefs scherzhaft als griesgrämig. Merkels Antwort darauf löst noch mehr Gelächter aus.

Berlin - Fast sechs Monate nach der Bundestagswahl haben die Spitzen von Union und SPD den neuen Koalitionsvertrag unterzeichnet. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und der kommissarische SPD-Vorsitzende Olaf Scholz setzten am Montag in Berlin abschließend ihre Unterschriften unter das 177-seitige Dokument. Am Mittwoch tritt Bundeskanzlerin Merkel im Bundestag zur Wiederwahl an, danach soll die Vereidigung der neuen Bundesregierung stattfinden.

Lesen Sie alle Infos dazu im Groko-Ticker

Der Koalitionsvertrag werde den aktuellen Herausforderungen gerecht, schlage Lösungen vor und bringe "ganz konkrete Verbesserungen" für die Bevölkerung, sagte Merkel bei der Unterzeichnungszeremonie. "Es liegt viel Arbeit vor uns, harte und zähe Arbeit." Nachdem nun eine "stabile und handlungsfähige Regierung" stehe, mahnte die Kanzlerin "eine Portion Freude" beim Gestalten an. "Dann kann das eine gute Regierungsarbeit werden."

Vereinbarung sei ein Vertrag „für die kleinen Leute“

Die große Koalition müsse für den Zusammenhalt in der Gesellschaft Sorge tragen, sagte Scholz. "Dafür sollten wir jetzt jeden Tag arbeiten. Und mit der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags kann es losgehen."

Seehofer nannte den Koalitionsvertrag "ein gutes Werk" und einen Interessenausgleich zwischen drei Volksparteien. Aus seiner Sicht sei die Vereinbarung ein Vertrag "für die kleinen Leute". "Das ist die Mitte unserer Gesellschaft." Nun müsse die Regierung Tempo machen, fügte der designierte Innenminister im Hinblick auf die lange Zeit der Koalitionsbildung hinzu.

Journalist bezeichnet Politik-Trio als „griesgrämig“

Nach Tempo sah es bei der Pressekonferenz aber nicht wirklich aus. Das bemängelte zumindest einer der Journalisten und äußerte sich dem Politik-Trio gegenüber scherzhaft: „Man sieht das nicht so, wenn Sie da eher so griesgrämig nebeneinander sitzen.“ Damit spielte er auf die „neue Dynamik für Deutschland“ an, die der Koalitionsvertrag verspricht und die eher monoton gehaltenen Ansprachen von Merkel, Seehofer und Scholz bei der Pressekonferenz. Im Video der Huffington Post ertönen danach Lacher, auch Seehofer schmunzelt, nur Merkel bleibt zuerst ernst.

Nach ersten Überlegungen ist ihre erste Reaktion: „Ja“. Dafür erntet sie erneut ein paar Lacher und setzt dann weiter an: „Das sind gute Partner jetzt für die Arbeit und wir sind schon voller Konzentration auf diese Arbeit und auf ihre Fragen.“ Nach einer kurzen Pause fügt sie dann aber lächelnd hinzu: „Wir können auch gerne freundlich gucken, das fällt mir nicht schwer.“

Auf der trockenen Pressekonferenz kam dann auch dank Seehofer noch mehr heitere Stimmung auf. Der CSU-Chef sorgte mit einem Versprecher über das Heimatministerium für weiteres Gelächter.

Parteichefs betonen zukünftige Vorhaben

Vor Merkel, Seehofer und Scholz unterzeichneten die Generalsekretäre der drei Parteien, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Andreas Scheuer (CSU) und Lars Klingbeil (SPD), sowie die Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt das Dokument.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz betonten die Parteivorsitzenden zuvor, dass sie sich um eine Angleichung der Lebensverhältnisse in Deutschland bemühen wollen. Zudem wollen sie Zukunftssorgen in der Bevölkerung in Zeiten von Globalisierung und rasanter Digitalisierung bekämpfen. Ziel der kommenden Regierung sei es, das "Wohlstandsversprechen" in den Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung erneuern, sagte Merkel. "Der Wohlstand unseres Landes muss bei allen Menschen ankommen."

Kritik kam von Seiten der Grünen. Der Vertrag habe „große Lücken gerade bei den großen Zukunftsherausforderungen“, sagte Parteichefin Annalena Baerbock am Montag in Berlin. Sie nannte insbesondere den Klimaschutz, die Digitalisierung und die Bekämpfung von Armut.

afp/mn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.