Nach Angriff auf Reporter bei AfD-Demo: DJV fordert mehr Schutz

Die Sprüche der AfD-Demonstranten klingen kampfbereit: "Es geht nicht mehr darum, welche Gesllschaft die bessere ist, sondern welche überlebt." Foto: Peter Gercke
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Die Sprüche der AfD-Demonstranten klingen kampfbereit: "Es geht nicht mehr darum, welche Gesllschaft die bessere ist, sondern welche überlebt." Foto: Peter Gercke
Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, hat auch an der Kundgebung teilgenommen. Foto: Peter Gercke
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Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, hat auch an der Kundgebung teilgenommen. Foto: Peter Gercke
Eine Polizeiabsperrung trennt die Gegner der von den Teilnehmern der Kundgebung. Foto: Peter Gercke
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Eine Polizeiabsperrung trennt die Gegner der von den Teilnehmern der Kundgebung. Foto: Peter Gercke
Zu der Demonstration waren rund 600 Teilnehmer gekommen. Foto: Peter Gercke
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Zu der Demonstration waren rund 600 Teilnehmer gekommen. Foto: Peter Gercke
Während der Kundgebung zeigte die Polizei deutlich Präsenz. Foto: Peter Gercke
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Während der Kundgebung zeigte die Polizei deutlich Präsenz. Foto: Peter Gercke
Der Landesvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt im Gespräch mit anderen Kundgebungsteilnehmern. Foto: Peter Gercke
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Der Landesvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt im Gespräch mit anderen Kundgebungsteilnehmern. Foto: Peter Gercke
Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland kritisierte den Angriff auf Journalisten scharf. Foto: Bernd Settnik/Archiv
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Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland kritisierte den Angriff auf Journalisten scharf. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Bei einer Demonstration der AfD in Magdeburg werden Journalisten mit Pfefferspray angegriffen und verletzt - bei dem Verdächtigen wird auch ein Totschläger gefunden. Der Journalisten-Verband verlangt Konsequenzen.

Magdeburg (dpa) - Nach einem Angriff auf Journalisten bei einer AfD-Demonstration in Magdeburg hat der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) einen besseren Schutz von Berichterstattern gefordert.

"Wir hoffen, dass die Sicherheitsbehörden und die Justiz die Zeichen der Zeit erkannt haben", erklärte DJV-Bundeschef Frank Überall. Er verwies auf weitere Angriffe auf Reporter in den vergangenen Wochen. Pressefreiheit sei nicht verhandelbar. Politiker, darunter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), verurteilten die Attacke vom Mittwochabend scharf.

Bei einer Demonstration von rund 600 Anhängern der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) waren nach Polizeiangaben ein Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und ein Kameramann des ZDF mit Pfefferspray angegriffen worden. Der 19 Jahre alte mutmaßliche Täter wurde vorläufig festgenommen. Er hatte nach Angaben der Polizei von Donnerstag auch einen Totschläger bei sich. Beamte nahmen ihm den ausziehbaren Stock ab. Totschläger fallen wegen ihrer Gefährlichkeit unter das Waffengesetz.

Der für politische Delikte zuständige Staatsschutz ermittelt. Die Reporter wurden medizinisch versorgt. Der Verdächtige wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey forderte die AfD auf, für die Sicherheit von Journalisten bei Demonstrationen zu sorgen. "Angriffe auf Reporter und Kameraleute sind Angriffe auf die Pressefreiheit." Frey erinnerte daran, dass es nicht der erste Übergriff auf ZDF-Journalisten bei AfD-Veranstaltungen gewesen sei.

AfD-Landeschef André Poggenburg distanzierte sich von der Attacke und kündigte eine eigene Strafanzeige gegen den Angreifer an. "So etwas können wir überhaupt nicht dulden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wenn der Angreifer Mitglied der AfD sein sollte, werde ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Er gehe aber nicht davon aus, dass es ein AfD-Mitglied sei.

"Demokratie lebt von unabhängigen und geschützten Medien", sagte Regierungschef Haseloff. "Da ist der Staat als wehrhafte Demokratie gefordert." Gerade in Ostdeutschland wisse man, dass Demonstrations- wie auch Pressefreiheit Grundlagen der Gesellschaft seien. Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) forderte eine empfindliche Strafe für den Täter, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.

Der Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, Michael Rediske, sagte: "Angriffe wie dieser sind die logische Konsequenz der Verachtung für die Medien, die von rechtspopulistischen Kräften immer unverhohlener geschürt wird. Wer gegen Journalisten hetzt statt zu argumentieren, trägt auch eine Mitverantwortung für solche Taten."

DJV-Internetseite zu Übergriffen

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