Juncker gibt Eurogruppen-Vorsitz ab

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Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker will nicht mehr Präsident der Eurogruppe sein.

Brüssel - Siebeneinhalb Jahre sind genug. Als Eurogruppen-Vorsitzender will der Luxemburger Jean-Claude Juncker Ende Juni aufhören. Wer für ihn in Frage kommt:

Nach siebeneinhalb Jahren als Vorsitzender der Finanzminister der 17 Euro-Staaten wolle er Ende Juni kein neues Mandat mehr, sagte Juncker am Freitag in Brüssel unter Hinweis auf die Euro-Schuldenkrise: „Es ist einfach ein echtes Zeitproblem.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach dem EU-Gipfel über Juncker: „Er hat eine ganz, ganz wesentliche Arbeit geleistet.“ Die Finanzminister hätten unter Junckers Leitung bei der Hilfe für Griechenland „Hervorragendes möglich machen“ können.

Juncker sagte, er schaffe es angesichts der Krise „kaum noch, die Arbeit, die ich in Luxemburg zu verrichten habe, und die sehr anstrengende Arbeit in der Eurogruppe zeitlich auf einen Nenner zu bringen.“ Der künftige Vorsitzende der Eurogruppe müsse dieses Amt hauptamtlich ausüben. Er sei von Kollegen „sehr nachdrücklich“ aufgefordert worden, im Amt zu bleiben: „Aber das liegt im Moment nicht im Spektrum meiner Ambitionen.“ Er versicherte: „Verärgerungen hat es viele gegeben, unzählige Enttäuschungen - aber das ist nicht der Grund. Wem es in der Küche zu heiß ist, der soll sich um andere Hobbys als um Freizeitkochen bemühen.“

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Juncker ist nun gemeinsam mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy auf der Suche nach dem eigenen Nachfolger. Beide sollen möglichst schon innerhalb der nächsten 14 Tage Personalvorschläge für den Vorsitz der Eurogruppe, die Leitung des Euro-Rettungsfonds ESM, den Vorsitz der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und für ein Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank machen.

Zum künftigen Vorsitzenden der Eurogruppe sagte Juncker: „Es muss ja jemand sein, der über eigenes Denken verfügt. Es muss jemand sein, der bereit ist, zuzuhören, was im Norden und Süden und Osten und Westen der Eurozone an Gedanken zusammengetragen wird.“ Der Vorsitzende dürfe sich auch haushaltspolitisch nicht „einem besonders fanatischen Lager zuordnen“ lassen. Juncker, mittlerweile dienstältester Regierungschef der EU, hatte Anfang 2005 den Posten des Eurogruppenvorsitzenden übernommen.

dpa

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