Wer wird was?

Überraschungen im schwarz-roten Kabinett

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Sigmar Gabriel und Angela Merkel

Berlin - Das Rätselraten über die Besetzungsliste „Wer wird was in der großen Koalition“ ist zu Ende. Am Sonntag wurden die Personalia offiziell bekanntgegeben.

Das neue schwarz-rote Kabinett steht. Die CDU stellt mit Angela Merkel (59) die Bundeskanzlerin, die SPD mit Sigmar Gabriel den Vizekanzler. Chef des Bundeskanzleramtes im Ministerrang wird Peter Altmaier (CDU). Der bisherige Umweltminister wird im Kanzleramt Nachfolger von Roland Pofalla. Einer der engsten Vertrauten von Angela Merkel verlässt das politische Machtzentrum. Heftig war spekuliert worden, was Pofalla künftig auf der großen Bühne machen würde - als Belohnung für jahrelanges hartes, auch gnadenloses Arbeiten ohne Privatleben. Und nun geht er. Nicht ins Kabinett, sondern raus aus der Schaltzentrale, die die Geschicke dieses Landes lenkt. Nach einer Auszeit will der 54-jährige CDU-Mann in die Wirtschaft wechseln. Sein Bundestagsmandat will er behalten. Seit 1990 gehört er dem Parlament an.

Eine Überraschung gab es auf dem Posten im Verteidigungsministerium. Den nimmt mit Ursula von der Leyen erstmals in der deutschen Geschichte eine Frau ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach eigenen Angaben nicht kurzfristig für sie entschieden. „Meine Planungen für die Zusammensetzung des Kabinetts laufen seit Wochen. Meine Vorstellungen gerade an dieser Stelle sind sehr alt“, sagte Merkel am Sonntagabend in Berlin.

Auf die Frage, wie der bisherige Verteidigungsminister Thomas de Maizière auf seinen Wechsel ins Innenministerium reagiert habe, sagte die CDU-Chefin: „Jeder nimmt sich mit Enthusiasmus der Aufgabe an.“

Die Ablösung de Maizières durch von der Leyen an der Spitze des Verteidigungsministeriums gilt als der Überraschungscoup der Regierungsbildung. De Maizière hatte vor und nach der Bundestagswahl mehrfach betont, dass er Verteidigungsminister bleiben wolle. Merkel sagte, de Maizière sei 2011 nur „durch extremes Zureden“ zu einem Wechsel ins Verteidigungsministerium zu bewegen gewesen. „Er war sehr, sehr gerne Innenminister.“ Von der Leyen war bisher Arbeitsministerin.

Eine andere kleine Sensation gab es im Entwicklungsministerium. Nach acht Jahren als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium steigt der promovierte Wirtschaftspädagoge Gerd Müller zum Entwicklungsminister auf. Müller war im Herbst 2008 schon einmal als Agrarminister gehandelt worden: Damals wechselte Horst Seehofer aus dem Agrarressort als Ministerpräsident nach Bayern. Die Stelle im Landwirtschaftsministerium bekam dann aber Parteifreundin Ilse Aigner.

Die CDU bekommt folgende fünf Ministerien:

Innen: Thomas de Maizière (59)
Finanzen: Wolfgang Schäuble (71)
Verteidigung: Ursula von der Leyen (55)
Gesundheit: Hermann Gröhe (52)
Bildung und Forschung:  Johanna Wanka (62)

Das ist das Kabinett der Großen Koalition

Das ist das Kabinett der Großen Koalition

Die CSU bekommt folgende drei Ministerien:

Verkehr/digitale Infrastruktur:  Alexander Dobrindt (43) 
Ernährung/Landwirtschaft (CSU): Hans-Peter Friedrich (56) 
Wirtschaftliche Zusammenarbeit/Entwicklung (CSU): Gerd Müller (58)

Die SPD bekommt folgende sechs Ministerien: 

Wirtschaft und Energie: Sigmar Gabriel (54) 
Auswärtiges Amt: Frank-Walter Steinmeier (57) 
Arbeit und Soziales: Andrea Nahles (43) 
Justiz und Verbraucherschutz: Heiko Maas (47) 
Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Manuela Schwesig (39) 
Umwelt, Naturschutz, Bau, Reaktorsicherheit:  Barbara Hendricks (61)

Staatsminister im Kanzleramt: 

Kultur und Medien (CDU): Monika Grütters (51) 
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin (CDU): Helge Braun (41) 
Migration, Flüchtlinge und Integration (SPD): Aydan Özoguz (46)

dpa/mm

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