9. November: Der Schicksalstag der deutschen Geschichte

Philipp Scheidemann

Der heutige Tag hat in der deutschen Geschichte einen besonderen Platz. Ein Rückblick:

Kurz vor dem Waffenstillstand, der die Niederlage des Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg besiegelt, proklamiert der Kasseler Sozialdemokrat Philipp Scheidemann  vom Berliner Reichstag aus die deutsche Republik. Wenige Augenblicke später ruft der Spartakist Karl Liebknecht vor dem Schloss die sozialistische Republik aus. So zeigt sich schon zu Beginn der Weimarer Republik die verhängnisvolle Spaltung der Arbeiterbewegung, die 1933 zum Scheitern der ersten deutschen Demokratie beitragen sollte.

General Erich Ludendorfff (links)

Am 9. November marschieren die Nazi-Haufen von Adolf Hitler zur Feldherrnhalle in München. Der von ihm und General Erich Ludendorff angezettelte Putsch gegen die Demokratie scheitert kläglich. Die Nazis verklären den „Marsch auf die Feldherrnhalle“ seither dennoch als mystischen Akt.

Im November 1938 ist Hitlers NSDAP schon fünfeinhalb Jahre an der Macht. In der Pogromnacht am 9. November (in Kassel bereits am 7. November) brennen die Synagogen (Foto: die Kieler Synagoge nach der Pogromnacht), der von den Nazis angetriebene Mob plündert jüdische Geschäfte. Die Nacht - verniedlicht Reichskristallnacht genannt - bildet den Auftakt zur systematischen Verfolgung und schließlich der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

Die Wiedervereinigung wird gefeiert

Während einer Pressekonferenz in Ostberlin zieht SED-Politbüromitglied Günter Schabowski um 18.57 Uhr einen Zettel aus der Tasche und verkündet in formelhafter Funktionärssprache Reisefreiheit für die DDR-Bürger. Der Berliner Mauer ist damit gefallen, die deutsche Teilung praktisch beendet. Elf Monate später wird Wiedervereinigung gefeiert. 

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