Größter Arbeit- und Auftrageber in Osthessen und Südwestthüringen

Kaliproduzent K+S ist Motor der Region

Wird gerade eingefahren: eine so genannte Esta-Anlage in Philippsthal für die elektrostatische Aufbereitung von Kali ohne Einsatz von Wasser und damit ohne Abwasserproblematik. Unser Foto zeigt K+S-Sprecher Ulrich Göbel (links) und Projektleiter Thomas Koch. Fotos: Hartmann

Kassel/Philippsthal. Das Verbundbergwerk Werra im hessisch-thüringischen Kalirevier ist der größte und bedeutendste Arbeit- und Auftraggeber und Steuerzahler in Osthessen und Südwestthüringen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Gesellschaft für Markt und Absatzforschung (GMA) in München, die der Betreiber, der Kasseler K+S-Konzern, in Auftrag gegeben hat. Demnach beschäftigen die drei aktiven Gruben Hattorf und Wintershall in Hessen sowie Unterbreizbach in Thüringen neben den 4400 eigenen Mitarbeitern weitere rund 3000 Menschen bei mittelständischen Zulieferern, Handwerkern, Dienstleistern und Logistikern in der Region. Mit deren Familien leben insgesamt 16.000 Menschen von K+S. Zählt man die 1350 Beschäftigten am Standort Neuhof-Ellers bei Fulda und die 650 in der Konzernzentrale in Kassel samt ihren Familien hinzu, ernährt K+S allein in Nordosthessen sowie Thüringen rund 20.000 Menschen.

Steffen Kirchhof

„K+S ist der zentrale Knoten in einem intensiv vernetzten regionalen Wertschöpfungsystem“, heißt es in der 114 Seiten starken Studie. Im Klartext: Viele kleine und mittlere Betriebe verdanken ihre Existenz ganz oder ganz überwiegend dem Kasseler Schwergewicht. „Wir kaufen so viel wie möglich in der Region ein“, erklärt Werkleiter Dr. Rainer Gerling. „Die Region lebt von und mit den Bergwerken“, sagt der Mitgeschäftsführer der K+S Kali GmbH, Steffen Kirchhof.

Und das offensichtlich ganz gut. Denn die Studie kommt auch zu dem Schluss, dass K+S als Top-Arbeitgeber und Ausbilder, Auftraggeber und Förderer mit gesellschaftlichen Engagement gilt. „Trotz seiner wirtschaftlichen Macht wird K+S als kooperativer Partner wahrgenommen“, sagt Hauptautor Dr. Stefan Leuninger.

Regionale Wertschöpfung

Wie stark K+S an der Werra ist, zeigt die regionale Wertschöpfung, also Summe aller wirtschaftlich-finanziellen Aktivitäten von K+S im Werra-Revier und angrenzenden Kreisen. 458 Mio. Euro hat das Unternehmen 2012 in der Region ausgegeben: für Löhne 220 Mio., für Einkaufsleistungen 195 Mio. und für Gewerbesteuer 37 Mio. Euro. Letztere fließt direkt in die Gemeindekassen. Hinzu kommt ein Teil jener 44 Mio. Euro, die Beschäftigten als Lohnsteuer zahlen. Profiteur von K+S ist auch der heimische Handel. 23 Mio. Euro im Jahr geben die Beschäftigten für Waren aus, mit Angehörigen den indirekt Beschäftigten und Familien sind es 70 bis 90 Mio. Euro.

Dr. Rainer Gerling

Auch der Tourismus hat was von K+S. 80.000 Besucher zählt das Erlebnisbergwerk Merkers im Jahr. Weitere 8000 Menschen besuchen das Bergbaumuseum in Heringen oder besteigen die Halden. 300 junge Menschen aus der Region erhalten eine qualifizierte Ausbildung bei K+S. Damit wirkt der Kasseler Dax-Konzern dem Ausbluten eines sonst strukturschwachen Gebiets entgegen.

Von José Pinto

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