Kampf gegen Korruption: Transparency schöpft Hoffnung

+
Deutschland rangiert in dem Korruptionsranking auf dem zehnten Platz. Ganz unten liegen Nordkorea und Somalia. Foto: Peter Steffen

Jedes Jahr veröffentlicht Transparency International ein Korruptionsranking, das auf Experteneinschätzungen basiert. Für 2015 stehen in der Tabelle etwas mehr Sieger als Verlierer.

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen die Korruption sieht Transparency International einen Hoffnungsschimmer. Insgesamt gebe es mehr Länder, in denen sich die Lage 2015 verbessert habe, als solche, die schlechter als im Vorjahr bewertet würden.

Allerdings sei in zwei Dritteln der 168 untersuchten Länder die Korruption sehr hoch, schreibt die Organisation in ihrem jährlichen Korruptionsranking.

Wie 2015 behauptet Dänemark im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) seinen Spitzenplatz als das Land mit der niedrigsten festgestellten Korruption. Es folgen Finnland und Schweden. Deutschland verbesserte sich vom 12. auf den 10. Platz.

Am Ende der Skala rangieren wie 2014 Nordkorea und Somalia. Nur knapp über ihnen stehen Afghanistan und der Sudan. "Korruption kann besiegt werden, wenn wir zusammenarbeiten", sagte der Vorsitzende der in Berlin ansässigen Antikorruptions-Organisation, José Ugaz.

Der Index basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgegeben werden. Die Skala reicht von 0 Punkten - als sehr korrupt wahrgenommen - bis zu 100 Punkten für völlige Korruptionsfreiheit. Von den 168 untersuchten Ländern erzielten zwei Drittel weniger als 50 Punkte schreibt Transparency.

Am stärksten verschlechtert hat sich im Jahresvergleich die Bewertung Brasiliens, wo ein Korruptionsskandal um den staatlichen Erdölkonzern Petrobras Schlagzeilen machte. Das südamerikanische Land fiel um 5 Punkte auf Platz 76. In Europa hat sich laut Transparency die Lage in Ungarn, Spanien, Mazedonien und der Türkei deutlich verschlechtert. Klar verbessert haben sich im Vergleich zum Vorjahr unter anderem Tschechien, Ruanda (plus 5 Punkte), die Niederlande, Österreich, Jordanien und Namibia (plus 4).

Besonders korruptionsanfällig sind laut Transparency häufig Länder mit bewaffneten Konflikten. In Afghanistan zum Beispiel seien Hilfsgelder in Millionenhöhe, die dem Wiederaufbau des Landes dienen sollten, gestohlen worden. Dies untergrabe die Bemühungen um eine Friedenslösung. Die "verheerenden Konflikte" in Ländern wie Irak, Libyen oder Sudan verhinderten dort eine Stärkung der staatlichen Institutionen.

CPI 2015

Pressemitteilung (Englisch)

Transparency

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.