Kardinal sucht nach Lösung im Limburger Bistumsstreit

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Limburg. Der Gesandte des Papstes ist in Limburg eingetroffen. Die Suche nach einem Ausweg aus der Krise im Bistum hat begonnen. Bisher verläuft sie völlig geräuschlos.

Nach der Ankunft des Kurienkardinals Giovanni Lajolo suchen die Verantwortlichen im Bistum Limburg hinter verschlossenen Türen nach einer Lösung im Streit um Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der päpstliche Gesandte will bei seinem mehrtägigen Besuch unter anderem mit dem Domkapitel, Vertretern des Diözesansynodalrates und des Priesterrates reden, wie das Bistum am Dienstag mitteilte. Beim bevorstehenden Kreuzfest in Königstein werde er zudem am Sonntag mit Gläubigen des Bistums zusammenkommen und „einige Worte sprechen“. Der Tag wird mit einer festlichen Messe gefeiert, an der auch Lajolo teilnimmt. Öffentliche Termine für Vertreter der Medien seien derzeit noch nicht geplant, hieß es.

Der Diözesansynodalrat berät den Bischof vor wichtigen Entscheidungen, ihm gehören derzeit 35 Mitglieder an, darunter auch von der Basis gewählte Vertreter. Der Kardinal war am Montag aus dem Vatikan eingetroffen und von Tebartz-van Elst begrüßt worden. Während das Bistum am Dienstag betonte, bei dem Aufenthalt des Kurienkardinals handele es sich um einen „brüderlichen Besuch“ und keine Untersuchung, hoffen die Kritiker um den Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz auf einen Gesprächspartner, der sich ihrer Sorgen annimmt.

Auch ein Kreis von Priestern, die den Bischof kritisch sehen, hatte am Vortag Gesprächsbedarf angemeldet. „Ich würde mir wünschen, dass der Kardinal mit allen Betroffenen spricht, auch mit Angehörigen des Hofheimer Kreises“, sagte Pfarrer Rainer Frisch der dpa. Die Hoffnung des früheren Uniklinik-Seelsorgers: Der Gesandte von Papst Franziskus möge dem Bischof Hinweise geben, wie dieser verlorenes Vertrauen wiedergewinnen könne.

Dem Limburger Oberhirten werden ein autoritärer Führungsstil und Verschwendung vorgeworfen, etwa beim Bau seines Bischofshauses. Wegen eines Erste-Klasse-Fluges nach Indien gibt es zudem juristische Verwickelungen.

Der Konflikt in Limburg wird von der katholischen Kirche auch außerhalb der Bistumsgrenze mit großer Anteilnahme verfolgt. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner sagte am Dienstag vor Journalisten: „Das ist eine ortsgegebene, sehr schmerzliche Sache, nicht nur für Limburg.“ Das Bistum Limburg gehört zu der Kirchenprovinz Köln. Tags zuvor hatte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann gesagt, die Entsendung des päpstlichen Gesandten zeige, „dass man in Rom der Meinung ist, dass sich das offensichtlich nicht mehr alleine innerhalb des Bistums Limburg lösen lässt, und das ist schon auch ein Alarmzeichen“. (dpa)

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