Karikaturist Stéphane Charbonnier starb bei Terroranschlag in Paris

Satiriker: Stéphane Charbonnier (1967-2015). Foto: dpa

Der Herausgeber, verantwortliche Redakteur und Zeichner des französischen Satire-Blattes Charlie Hebdo, Stéphane Charbonnier, war für die Derbheit und Unflätigkeit seiner Karikaturen bekannt.

Bewusst geschmack- und respektlos zeichnete und schrieb der 47-Jährige unter dem Kurznamen Charb. Das handelte ihm Kritik bis zu gewalttätigen Übergriffen ein.

Vor allem die Veröffentlichung seiner Karikaturen des Propheten Mohammed 2011 sorgten für wütende Proteste. Im November 2011 wurde ein Brandanschlag auf die Redaktion in Paris verübt. Die Räume gingen in Flammen auf. 2012 und 2013 veröffentlichte das Satire-Blatt weitere Mohammed-Karikaturen und erntete dafür nicht nur Kritik, sondern auch Morddrohungen – Charbonnier stand seither unter Polizeischutz. Er aber rechtfertigte die Entscheidung, die Zeichnungen ins Blatt gesetzt zu haben. „Wir veröffentlichen Karikaturen über jeden und alles jede Woche. Wenn wir es aber mit dem Propheten machen, wird es Provokation genannt“, sagte der Franzose.

Seine Karikaturen wollte der umstrittene Satiriker als Ausdruck der Pressefreiheit und nicht per se als Provokation verstanden wissen. „Ist die Pressefreiheit eine Provokation?“, fragte er. Die Zeichnungen würden nur diejenigen schockieren, die schockiert sein wollten.

In einem Editoral schrieb er: „Malst du einen glorreichen Mohammed, stirbst du, zeichnest du ihn lustig, stirbst du.“ Gestern starben Charbonnier und elf weitere Menschen bei dem Anschlag gegen Charlie Hebdo.

Von Nicole Schippers

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