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Corona-Herbst: Lauterbach schließt Schul-Lockdown nicht aus

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Von: Moritz Serif

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht bei Anne Will über die Corona-Maßnahmen im Herbst. Uneinigkeit gibt es darüber, was genau möglich sein soll.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Schulschließungen bei einer großen Corona-Welle im Herbst nicht ausschließen. „Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche (Virus-)Varianten kommen“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung Anne Will auf wiederholte Nachfrage.

Einen Lockdown hält er als Schutzinstrument gegen das Corona-Virus dagegen nicht mehr für nötig. „Dafür haben wir einfach einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung“, erklärte Lauterbach. Mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) wird der Gesundheitsminister über mögliche Maßnahmen verhandeln.

Buschmann und Kanzler Scholz sind gegen Schulschließungen

Buschmann hatte unter anderem Schulschließungen abgelehnt. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag gesagt: „Schulschließungen sollte es nicht mehr geben.“ Zuvor hatte der Expertenbericht der Corona-Kommission ergeben, dass Schulschließungen einen überwiegend negativen Effekt gehabt hätten. Niedersachsens Kultusminister will die Schüler so wenig wie möglich belasten.

Lauterbach sieht das anders. „Wir müssen auch auf sehr schwere Varianten vorbereitet sein“, sagte er. „Das muss ein umfänglicher Instrumentenkasten sein, also es kann keine Schmalspurangelegenheit sein.“ Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag bereits im ARD-Interview gesagt, dass für den Herbst und Winter nicht mehr so drastische Maßnahmen wie in den Jahren zuvor nötig seien.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will sich viele Corona-Maßnahmen offen halten (Archivbild).
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will sich viele Corona-Maßnahmen offen halten (Archivbild). © Kay Nietfeld/dpa

Grünen-Politiker fordert Test- und Maskenpflicht, FDP will Eigenverantwortung

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen ist für eine Testpflicht, falls Masken und die Impfkampagne nicht ausreichen sollte. „Sollten wir feststellen, dass trotz der Masken im Innenraum und Auffrischungsimpfungen die Infektionsdynamik wieder stark zunimmt, kann es sein, dass man erneut auch effektive Hygienekonzepte einschließlich Zugangskontrollen braucht“, sagte er der „Welt“.

In diesem Fall sei eine allgemeine Testpflicht sinnvoll, unabhängig davon, ob jemand geimpft oder genesen sei. „Denn auch Geimpfte und Genesene können sich - wenn auch weniger häufig - infizieren und andere anstecken.“ Es gelte nun, die rechtlichen Grundlagen für so einen Schritt zu schaffen. Der gesundheitspolitische FDP-Fraktionssprecher Andrew Ullmann sprach sich für mehr Eigenverantwortung aus. „Persönlich wäre ich in der jetzigen Phase der Pandemie für klare und stringente Empfehlungen statt durchgehende gesetzliche Pflichten.“ (mse/dpa)

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