Drogen-Debatte

Karl Lauterbach für Legalisierung von Cannabis – wegen perfider Masche

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich für eine Cannabis-Legalisierung ausgesprochen. Diese sollen vor Gefahren im illegalen Straßenhandel schützen.

Kassel/Berlin – SPD, Grüne und FDP führen aktuell Sondierungsgespräche und prüfen gemeinsame Interessen und Differenzen für eine Regierungsbildung. Neben vielen wirtschaftlichen und ökologischen Themen wird auch über eine mögliche Cannabis-Legalisierung diskutiert.

Grüne und FDP halten diese für angemessen. Die SPD bevorzugt eine regulierte Abgabe und möchte dies zunächst in Modellprojekten testen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* hatte die Legalisierung viele Jahre abgelehnt, nun aber seine Meinung dazu geändert – das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Unter anderem seien neuartige Gefahren im illegalen Straßenhandel ein Grund für seinen Sinneswandel.

Soll Cannabis legalisiert werden? SPD-Politiker Karl Lauterbach sieht darin die Möglichkeit, dem illegalem Drogenhandel einen Riegel vorzuschieben.

Wegen illegalem Straßenhandel: Karl Lauterbach befürwortet Cannabis-Legalisierung

In einem Interview mit der Rheinischen Post sprach sich der Politiker dafür aus, die Legalisierung von Cannabis mit einer kontrollierten Abgabe an Erwachsene in einem Koalitionsvertrag festzuschreiben. Damit solle der Handel von mit Heroin versetztem Cannabis erschwert werden. „Jahrelang habe ich eine Cannabis-Legalisierung abgelehnt. Mittlerweile komme ich als Arzt aber zu einem anderen Schluss“, sagte Lauterbach.

Es würden immer häufiger dem „illegal verkauften Straßencannabis neuartiges Heroin beigemischt, das sich rauchen lässt“. Auf diese Weise könnten Menschen schnell und unwissentlich in eine Heroin-Abhängigkeit getrieben werden. Die Legalisierung der pflanzlichen Droge sowie eine regulierte Abgabe mit Präventions- und Beratungsangeboten, wie die SPD vorschlägt, könne diese Gefahr unterbinden.

Lauterbach fordert kontrollierte Abgabe von Cannabis – Polizei warnt

Dem FDP-Nachwuchs reichen die Pläne der SPD allerdings nicht. „Statt den kleinsten gemeinsamen Nenner braucht es nun große Reformen, die weit über die Legalisierung von Cannabis hinausgehen“, betonte Jens Teutrine, Chef der Jungen Liberalen. Ausschließlich eine vollständige Legalisierung könne notwendige Qualitätsstandards und Jugendschutz garantieren. Genauso sehen es auch die Mutterpartei FDP und der mögliche Koalitionspartner, die Grünen.

Vertreter von Polizeigewerkschaften warnen indes vor einer Legalisierung. Sie argumentieren damit, dass es sich bei Cannabis oft um eine verharmloste Droge handele. Besonders bei jungen Erwachsenen könne sie zu erheblichen Gesundheitsproblemen sowie sozialen Konflikten führen.

Karl Lauterbach äußert sich auch häufig zur aktuellen Corona*-Lage in Deutschland. Des Öfteren wird Lauterbach von rechten Gruppierungen* wegen seiner Aussagen bedroht. (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Aitor Carrera Portã/Imago

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