News-Ticker

Karl Lauterbach kritisiert Astrazeneca-Stopp: „Erheblicher Vertrauensverlust“

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach reagiert mit Unverständnis und Kritik auf den Stopp der Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland. Alle News im Ticker.

  • Karl Lauterbach warnt vor weiteren Infektionen mit der britischen Corona-Mutation und fordert Schnelltests in Schulen.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte reagiert auf den Astrazenca-Stopp in Deutschland mit Kritik.
  • Der SPD-Politiker fordert ein dreistufiges Maßnahmenpaket, um die dritte Corona-Welle kontrollieren zu können.

+++ Update vom Dienstag, 16.03.2021, 11 Uhr: Dieser Text ist beendet. Alle Informationen von Karl Lauterbach über die Corona-Krise finden Sie in unserem News-Ticker.

Corona: Karl Lauterbach kritisiert Astrazeneca-Impfstopp

+++ 16.42 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagiert mit Unverständnis und Kritik auf den Stopp der Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland. Gegenüber merkur.de* sagte Lauterbach: „Das hätte ich nicht gemacht. Eine Prüfung bei laufenden Impfungen wäre angesichts der Seltenheit der auftretenden Fälle besser gewesen.

Angesichts dessen, dass die Fälle bei Geimpften wie bei Nicht-Geimpften gleich hoch ist, hätte ich die Impfung weiterlaufen lassen. Jetzt haben wir einen erheblichen Vertrauensverlust. Unsere Impfstrategie fällt in sich zusammen, wenn der Impfstoff von Astrazeneca nicht weiter verwendet werden würde.“

Lauterbach kritisiert, dass es dann auch zu keinen Impfungen in den Arztpraxen käme. Er geht aber davon aus, dass der Stopp der Impfungen mit Astrazeneca nur kurz sei. Er mahnt, dass unter diesen Umständen die Einhaltung der Impfreihenfolge noch wichtiger sei um Sterbefälle zu verhindern und wird noch einmal deutlich mit seiner Kritik: „Es zeigt sich nun immer stärker, dass es ein Fehler vonseiten der EU war, nicht mehr Kapazitäten für Moderna, J&J und Biontech durch Kapazitätsausbau zur Verfügung zu stellen.“

Deutschland setzt die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca aus: Karl Lauterbach reagiert auf diese Nachricht mit Unverständnis und Kritik. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach fordert dreistufiges Maßnahmen-Paket

Update vom Montag, 15.03.2021, 10.39 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 6604 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 1593 Fälle mehr als am Montag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 82,9.

Wegen der steigenden Corona-Zahlen fordert Karl Lauterbach ein dreistufiges Maßnahmepaket, um die dritte Welle kontrollierbarer zu machen (siehe Update vom 14. März, 23.23 Uhr). Mit Blick auf mögliche Reisen zu Ostern ruft Karl Lauterbach zu einem Verzicht auf. Unter anderem gelten Mallorca und eine Urlaubsregion in Kroatien nicht mehr als Corona-Risikogebiete.

„Reisen sollten an Ostern möglichst nicht unternommen werden, erst recht keine Flugreisen“, sagte Karl Lauterbach im Gespräch mit der Rheinischen Post. Zudem forderte er Bund und Länder zu konkreten Regelungen für die bevorstehenden Feiertage auf. „Wir werden Konzepte wie an Weihnachten brauchen, damit Familientreffen an Ostern nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen“, mahnte der SPD-Gesundheitsexperte.

Karl Lauterbach fordert strikte Maßnahmen

Update vom Sonntag, 14.03.2021, 23.23 Uhr: „Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland. Um die Lage beherrschbar zu halten und die Krankenhäuser nicht zu überfordern, brauchen wir jetzt drei Maßnahmen“, erklärte Karl Lauterbach im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Daher fordert der Epidemiologe eine konsequente Einhaltung der von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Notbremse ab einem Inzidenzwert von 100 sowie eine konsequente Fortsetzung der Erstimpfungen in den Impfzentren. Als dritte Maßnahme müsse es laut Lauterbach einen Schul-Stopp bis Ostern geben. Der SPD-Politiker appelliert daher an die Länder, alle Schulen bis Ostern wieder zu schließen, auch die Grundschulen.

Karl Lauterbach warnt vor nächstem Lockdown und bezeichnet dritte Corona-Welle als „letztes Gefecht“

Update vom Samstag, 13.03.2021, 13.29 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) hat auf Twitter die geplanten Schulöffnungen kritisiert. Die Einrichtungen ohne Schnelltests zu öffnen, wäre unverantwortbar. Denn: Kinder, die sich mit der B.1.1.7-Corona-Mutation infiziert haben, stecken laut dem SPD-Gesundheitsexperten meistens die ganze Familie an. Testungen an Schulen könnten einen rapiden Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland verhindern. Sonst wäre ein weiterer Lockdown die Folge, schreibt Karl Lauterbach auf Twitter.

„Wir dürfen jetzt nicht die Disziplin und den Verstand verlieren“, twittert der Sozialdemokrat. Man solle auf weitere Lockerungen zu Ostern verzichten und mit einer „massiven Erstimpfungskampagne“ die Brücke schlagen. Dann bleibe die dritte Corona-Welle klein. „Es sind nur noch wenige Monate, die dritte Welle ist das letzte Gefecht“, appelliert der Bundestagsabgeordnete.

Auch eine andere Impfreihenfolge könne dann keinen weiteren Lockdown verhindern. Zudem könnten die beschlossenen Öffnungsschritte nicht umgesetzt werden. „Sonst explodieren die Fallzahlen“, so Karl Lauterbach. Nur massive Testungen in Betrieben und Schulen würden in der aktuellen Situation helfen.

Karl Lauterbach hält Schulöffnung vor Ostern für hochriskant und planlos

+++ 16.53 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) hat sich auf Twitter zu der Verteilung der Corona-Schnelltests geäußert. Um weitere Infektionen mit der hochansteckenden Corona-Mutante B117 zu vermeiden, sollten die Tests laut des Gesundheitsexperten zunächst in die bereits wieder geöffneten Schulen.

„Die Schulöffnungen vor Ostern und ohne Tests sind daher hochriskant und planlos. Die Schnelltests gehören in die Schulen zuerst, wenn dann noch genug da sind, in die Betriebe, und dann erst in den Aldi Markt“, schreibt der Politiker auf seinem Twitter-Kanal.

Zudem beurteilt er den vorläufigen Impfplan Deutschlands. Er beruft sich auf einen Bericht der Süddeutschen Zeitung, der über Impfstoff-Lieferengpässe von Astrazeneca berichtet. Wenn diese der EU im zweiten Quartal nur 70 Millionen Dosen und Johnson & Johnson erst ab Mitte April liefert, sei „der Impfplan bis Sommer in Deutschland nicht zu halten“.

Karl Lauterbach rechnet mit noch späterem Praxis-Impfungen - „Erst dann haben wir genug Impfstoff“

Update vom Freitag, 12.03.2021, 9.45 Uhr: Wie die Gesundheitsminister und -ministerinnen der Länder bekannt gaben, sollen erste Corona-Impfungen in Arztpraxen ab Mitte April vollzogen werden. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach allerdings glaubt, dass es sich noch weiter hinauszögern könnte. Er rechnet mit einem Impfstart ab Mai, denn „erst dann werden wir genug Impfstoff haben“.

Corona-Impfungen in Arztpraxen: Lauterbach verteidigt späte Miteinbeziehung der Ärzte

Wie Sat1 berichtet, hänge dies von einer Verfügbarkeit des erst kürzlich zugelassenen Vakzins von Johnson & Johnson ab. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht derzeit von einer Lieferung ab Mitte April aus. Jedoch sollen zunächst die regionalen Impfzentren der Länder mit dem neuen Corona-Impfstoff beliefert werden und anschließend die Praxen.

Lauterbach verteidigt derweil die späte Miteinbeziehung der Ärzte in die Impfkampagne. „Wenn ein Arzt am Tag gerade mal ein paar Leute impfen kann, aber tausend bei ihm darauf warten, sorgt das nur für Ärger“, so der Politiker.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verteidigt den späten Corona-Impfstart in Arztpraxen.

Nach Berichten über Blutgerinnseln: Karl Lauterbach kritisiert Astrazeneca-Impfstopp

+++ 15.25 Uhr: Die Berichte über schwere Blutgerinnsel bei Personen, die mit den Corona-Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurden, häufen sich. Deshalb hat Dänemark beschlossen, die Astrazeneca-Impfungen vorerst auszusetzen. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) soll nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) erste Untersuchungen eingeleitet haben.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zufolge würde sich die Häufigkeit von Thrombosen nach einer Astrazeneca-Dosis nicht erhöhen. Dabei bezieht er sich auf eine Analyse der EMA. „Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen. Der Schaden in Vertrauen ist immens“, schreibt er auf Twitter.

Karl Lauterbach hält Astrazeneca-Impfung gegen Corona für sicher

Thrombosen seien dem SPD-Politiker zufolge eine häufige Folge einer Covid-19-Erkrankung. „Davor genau schützt der Astrazeneca-Impfstoff“, ergänzt er. Lauterbach bleibt bei seiner Meinung, dass der Impfstoff sicher sei. „Ich würde ihn jederzeit nehmen.“

In Österreich ist eine Krankenschwester zehn Tage nach ihrer ersten Astrazeneca-Impfung* gestorben. Gerüchte vermuteten, dass ihr Tod mit der Corona-Impfung zusammenhänge. Allerdings hat die EMA jetzt Entwarnung gegeben.

In Dänemark erhält aktuell niemand eine Corona-Impfung von Astrazeneca. Das kritisiert Karl Lauterbach. (Archivbild)

Lauterbach besorgt wegen britischer Corona-Variante

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 10.30 Uhr: In Deutschland haben sich inzwischen mehrere Corona-Varianten ausgebreitet. Darunter auch die britische Mutante B.1.1.7. Der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat bei Twitter nun auf eine Studie aus Großbritannien reagiert, die das Mortalitätsrisiko von Infizierten mit der Mutante untersucht hat. An der Studie teilgenommen haben Personen, die älter als 30 Jahre alt waren und zwischen dem 1. Oktober 2020 und 29. Januar 2021 ein positives Corona-Testergebnis hatten.

Die Studie bestätigt, dass die Sterblichkeit bei B.1.1.7 um rund 64 Prozent höher liegt als bei anderen Corona-Varianten. Demnach konnten Forscher herausfinden, dass bei 4,1 von 1000 Infizierten eine Erkrankung tödlich endet. Lauterbach zeigt sich diesbezüglich besorgt. Das würde Lauterbach zufolge in der dritten Welle dazu führen, dass in der „Altersgruppe noch nicht Geimpfter viele kurz vor Impfung sterben“ werden.

Corona-Pandemie: Britische Mutante gefährlicher als andere Varianten

Auch eine Studie aus Dänemark kommt zu dem gleichen Ergebnis. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und einen Krankenhausaufenthalt sei bei einer Infektion mit der britischen Corona-Mutante* um geschätzte 64 Prozent höher. „Wir kennen die Erklärung dafür nicht, warum B.1.1.7 das Risiko einer Hospitalisierung erhöht. Unsere Zahlen weisen jedoch in die gleiche Richtung wie mehrere andere Studien aus Großbritannien, die zeigen, dass B.1.1.7 möglicherweise ernstere Verläufe verursacht“, heißt es seitens der Studienleitung.

Die Corona-Variante B.1.1.7 wurde erstmals Anfangs Oktober 2020 in Großbritannien identifiziert. Zwei Monate darauf erklärte Public Health England die Mutante als „besorgniserregende Variante“. Danach bereitete sie sich trotz Eindämmungsmaßnahmen in weiten Teilen Englands und Europas aus. Karl Lauterbach hat in der Vergangenheit schon häufiger vor einer dritten Welle durch die Mutanten gewarnt.

Karl Lauterbach will weiterhin „Vollgas“ bei Corona-Erstimpfungen von Älteren

+++ 19.55 Uhr: Auf Twitter reagierte Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch (10.03.2021) auf einen Tweet des Journalisten Markus Grill. Dieser schrieb mit Blick auf den aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI), wie beeindruckt er sei, dass der Anteil der positiv getesteten Über-80-Jährigen im „Sinkflug durch Impfungen“ sei.

Der SPD-Politiker stimmte Grill daraufhin zu. Drei Punkte würden Deutschland helfen, in den kommenden sechs Wochen „eine sehr gute Gesamtbilanz zu erreichen“ . Lauterbachs erster Punkt ist, dass so Erstimpfungen vorgezogen werden sollten und keine Impfstoffe gelagert werden sollten. Er will „so viele Erstimpfungen wie irgendwie geht.“

Im Wochenbericht des RKI wird deutlich, wie sich die positiven Corona-Testungen seit Ende 2020 entwickelt haben (Screenshot).

Lauterbach spricht sich für Astrazeneca-Impfstoff für Ältere aus

Im weiteren Verlauf des Twitter-Threads spricht sich Lauterbach als zweiten Punkt für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca aus. Laut dem Gesundheitspolitiker sollte der Impfstoff auch bei Älteren gesetzt werden, denn auch da würde er „zuverlässig“ vor einem Corona-Tod schützen.

Als seinen dritten Punkt fordert Lauterbach auf Twitter „keine Experimente bei der Impfreihenfolge“. Das Alter einer Person schlage alle anderen Risikofaktoren. Man könne gerne „später pragmatischer vorgehen“, doch auch in den Hausarztpraxen sollten laut Lauterbach „mit Vollgas Erstimpfungen der Älteren laufen.“

Damit würde man in der dritten Welle 8000 bis 14.000 Todesfälle verhindern. „Diese Gelegenheit zu verpassen, wäre ein historisches unverzeihliches Versagen“, ist sich Lauterbach sicher.

Bundesärztekammer reagiert auf Lauterbach-Kritik: „Ziemlich heftige Unterstellung“

Update vom Mittwoch, 10.03.2021, 11.58 Uhr: Jüngst hatte sich Karl Lauterbach (SPD) zu den Forderungen geäußert, dass Hausärzte nun selbst die Impfpriorisierung in ihren Praxen bestimmen können. In einem Interview mit der Welt hat sich jetzt Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, zu den Corona-Impfungen und der Kritik von Lauterbach geäußert.

Den Vorwurf, dass Ärzte Bekannte und Freunde priorisieren würden, bezeichnet Reinhardt als „ziemlich heftige Unterstellung“. Ein Hausarzt müsse „sein Tun und Handeln immer priorisieren“, so Reinhardt, daher sei es schlicht „unangemessen“ das Vertrauen in die Ärzte infrage zu stellen.

Lauterbach über dritte Corona-Welle: Wahrscheinlichkeit sei „überwältigend groß“

Update vom Dienstag, 09.03.2021, 13.26 Uhr: Die Wahrscheinlichkeit einer dritten Corona-Welle ist nach SPD-Politiker Karl Lauterbach „überwältigend groß“. Eine Inzidenz in Deutschland Anfang oder spätestens Mitte April von 100 sei sehr wahrscheinlich, wie der Gesundheitsexperte bei Twitter mitteilt.

Deshalb sei eine Teststratege in Schulen und Betrieben notwendig. „Sonst bleibt in Kürze nur der Lockdown“, so Lauterbach. Dementsprechend empört ist er auch, als er vom Brandenburgs Alleingang erfährt. Das Bundesland hat die Corona-Notbremse auf eine Inzidenz von 200 erhöht.

„Das ist mittelgradig unglaublich“, empört sich Lauterbach bei Twitter. „Wenn das alle Bundesländer machen wird es schwere 3. Welle geben und dann langen Lockdown.“ Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten hatten sich zuvor auf eine Inzidenz von 100 als Notbremse der Corona-Lockerungen geeinigt. Beträgt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mehr als 100, gelten wieder verschärfte Corona-Regeln.

Landesregierung weist Kritik von Lauterbach zurück

Unverzüglich folgte eine Antwort der Staatskanzlei Brandenburg: „Sollte sich die landesweite Inzidenz dem Wert 100 nähern, wird die Landesregierung unverzüglich entscheiden, welche Schritte zu ergreifen sind.“ Die Notbremse ab einer Inzidenz von 200 würde dann sofort alle Lockerungen vom März zurückrufen, so t-online.de. Damit habe das Bundesland laut SPD-Fraktion in Brandenburg eine doppelte Notbremse.

Karl Lauterbach warnt vor erneutem Lockdown - „Werden keine Lockerungen bekommen“

Update vom Montag, 08.03.2021, 10.35 Uhr: In der gestrigen Ausgabe (07.03.2021) der ARD-Talkshow „Anne Will“, äußerte sich Karl Lauterbach zu der aktuellen Corona-Lage in Deutschland: „Wir werden in den nächsten Wochen stetig wachsende Fallzahlen sehen und deshalb gar keine Lockerungen bekommen“, so der SPD-Gesundheitsexperte. Bereits Anfang April seien aufgrund der sich schnell ausbreitenden Mutationen des Coronavirus Inzidenzwerte von über 100 zu erwarten, weshalb man dann „auf den Stand von Anfang März zurück“ fallen würde. Die Folge wäre ein weiterer Lockdown.

Laut dem Epidemiologe sei man mit den Impfungen „spät dran“, der Aufbau einer Testsystematik hingegen dauere schlicht zu lange. Den Beschluss zu Lockerungen hält Lauterbach daher für „unglücklich“. Solange die Teststrategie nicht steht, so der Bundestagsabgeordnete, hätte er „keine Öffnungen zugelassen“. Gegenüber dem Nachrichtensender N-tv betont Karl Lauterbach, dass eine dritte Corona-Welle so nicht abzuwenden sei. Geplante Öffnungsschritte, so der Gesundheitsökonom, wird es so nie geben, „weil die Voraussetzungen dafür - entweder stabile oder gar sinkende Fallzahlen - nie erreicht werden“.

Corona-Schnelltests bei Aldi: Lauterbach kritisiert freien Verkauf

Update vom Sonntag, 07.03.2021, 15.04 Uhr: Karl Lauterbach kritisiert die bei Aldi erhältlichen Corona-Selbsttests. Durch das Kontingent im freien Verkauf fehlen Selbsttests an wichtigeren Stellen, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter. Die Durchführung der Antigentests in Schulen, Betrieben und Testzentren sei ein wissenschaftlich belegter Weg aus der Corona-Pandemie. „Aldi-Selbsttests können das nicht ersetzen“, so Karl Lauterbach.

Wenn Erkrankte in Schulen und Betrieben positiv getestet sind, werde sofort das Gesundheitsamt informiert, argumentiert der Bundestagsabgeordnete: „Quarantäne und Meldekette sind sicher“. Zudem könne das gesamte Cluster in Schulen und Betrieben überprüft werden. Das senke den wichtigen R-Wert. „All diese Effekte fehlen beim Aldi-Test“, twittert Karl Lauterbach.

Karl Lauterbach kritisiert die Selbsttests bei Aldi

Die unsystematischen Testungen mit Aldi-Selbsttests könnten dazu führen, dass Gesundheitsämter uninformiert bleiben. So könne man keine Cluster identifizieren. Schulen und Betriebe blieben unsicher. Selbsttests seien kein Instrument für weitere Lockdown-Lockerungen.

Eine zentrale Beschaffung aller Testkapazitäten und eine damit verknüpfte Verteilung der Tests nach Bundeslandgröße sei sinnvoller. Dann könnten die Länder die Schul- und Betriebstestungen organisieren. Später könne man verfügbare Tests bei Discountern wie Aldi zulassen, schlägt Karl Lauterbach vor.

Karl Lauterbach warnt vor brasilianischer Corona-Variante

Update vom Sonntag, 07.03.2021, 12.21 Uhr: Eine neue Studie legt nahe, dass die brasilianische Corona-Variante P1 gefährlicher ist als die britische Mutante B.1.1.7. „Ganz Brasilien wird von 2. Covid Pandemie überrannt, die Experten überrascht“, schreibt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter.

„Die Studie zeigt, dass P1 deutlich gefährlicher als UK B117 sein dürfte. Ansteckung ist im Vergleich Urtyp 1,4-2,2 fach, 25-62% das Risiko der Re-Infektion erhöht“, schreibt Lauterbach mit Verweis auf die Studie. Die Studie untersucht die Ausbreitung der Corona-Variante P1 in der Stadt Manaus in Brasilien. Dort gab es Ende 2020 eine neue Welle von Corona-Infektionen, nachdem es zuvor bereits hohe Infektionsraten gegeben hatte.

Laut der Studie weist die neue Corona-Variante P1 bislang 17 Mutationen auf und ist deutlich ansteckender als die ursprüngliche Virusvariante. Zudem schützt eine vorherige Infektion nicht davor, sich erneut zu infizieren. Die Forscher aus Brasilien und Großbritannien weisen in der digital abrufbaren Studie darauf hin, dass es sich um eine Preprint-Analyse handelt, diese also noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Karl Lauterbach warnt vor gefährlichen Folgen der Corona-Lockerungen

Erstmeldung vom Samstag, 06.03.2021, 15.45 Uhr: Kassel - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt nach den beschlossenen Corona-Lockerungen in Deutschland vor gefährlichen Folgen nach einer Covid-19-Erkrankung. Bis zu einem Drittel der Patienten sei von gesundheitsschädlichen Langzeitfolgen betroffen. Diese zweite Pandemie sei nicht so leicht zu stoppen wie das Coronavirus selbst. „Jeder sollte sich das ersparen“, schreibt Karl Lauterbach auf Twitter.

Zudem verweist der Sozialdemokrat auf eine aktuelle Dokumentation. Sie zeigt Covid-19-Patienten, die im Frühling vor einem Jahr an Corona erkrankt waren. Die Videobilder thematisieren die Langzeitfolgen der Genesenen.

Karl Lauterbach warnt vor den gefährlichen Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion

Die Gefahr von Covid-19 für alle Jüngeren sei nicht der Tod, so Karl Lauterbach. Nur die wenigsten unter 50-Jährigen würden aufgrund einer Corona-Erkrankung sterben. Das eigentliche Problem für diese Altersgruppe sei, „dass für viele Covid nicht mehr weg geht“. Nach einer Corona-Infektionen drohen Betroffenen unter anderem folgende Langzeitfolgen:

  • Erschöpfung
  • Muskelschwäche
  • Schlafstörungen
  • Depression
  • Haarverlust

Forscher haben schon länger herausgefunden, dass sich die Lunge nicht immer von Covid-19 vollständig erholt. Sind die Lungenbläschen durch die Viren zerstört, vernarbt das Gewebe, berichtet ndr.de. Da die Lunge bei den meisten Corona-Patienten in Mitleidenschaft gezogen werde, könne selbst bei mildem Verlauf und jüngeren Betroffenen eine gewisse Kurzatmigkeit zurückbleiben.

Karl Lauterbach beklagt den öffentlichen Corona-Diskurs

Zudem könnten die neuartigen Erreger schwere Entzündungen im ganzen Körper verursachen. So können zum Beispiel Herz, Hirn, Nieren und Darm betroffen sein. Welche genauen Auswirkungen das langfristig hat, kann bisher noch niemand sagen.

Karl Lauterbach hatte zuletzt den öffentlichen Corona-Diskurs beklagt. Es wird zu wenig darüber gesprochen, dass Arme und bereits Kranke die Hauptopfer von Corona sind, twitterte Karl Lauterbach. (Jan Wendt, Nail Akkoyun, Helena Greis, Alina Schröder, Karolin Schaefer, Diana Rissmann) *hna.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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