Gesundheitsminister

Karl Lauterbach: Allgemeine Corona-Impfpflicht und Bußgelder sind „unvermeidbar“

Im Zuge der vierten Corona-Welle scheint eine allgemeine Impfpflicht immer wahrscheinlicher. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach bereitet sich darauf vor.

Berlin – Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach feilt bereits am Grundgerüst einer allgemeinen Impfpflicht. Welche Maßnahmen in welchem Zeitraum wahrscheinlich auf Ungeimpfte zukommen, erzählte er im Gespräch mit spiegel.de. Auch ein weiterer Lockdown liegt für den studierten Mediziner auf dem Tisch, um der Corona-Pandemie entgegenzutreten.

„Die Impfpflicht gehört zu den zwei Dingen, die uns aus dieser Krise herausführen können“, wird Lauterbach von spiegel.de zitiert. Als weiteren Punkt nennt der Gesundheitsminister eine erfolgreiche Booster-Kampagne. Der SPD-Politiker reiht sich mit seiner Einschätzung bei immer mehr Entscheidungsträgern ein. Unter anderem sprachen sich CSU-Chef Markus Söder und der frisch vereidigte Bundeskanzler Olaf Scholz für eine Corona-Impfpflicht aus. Als Minister für Gesundheit fällt Lauterbach aber die Aufgabe zu, ein solches Vorhaben zu gestalten.

NameKarl Wilhelm Lauterbach
AmtGesundheitsminister
ParteiSPD
Alter58 Jahre

Karl Lauterbach über Corona-Impfpflicht: „Ins Gefängnis muss niemand“

Lauterbach setzt dabei klar auf Geldstrafen: „Ins Gefängnis muss niemand. Aber die Verhängung von Bußgeldern ist unvermeidbar“, sagte er spiegel.de. In Bezug auf die Summen, die Ungeimpfte bei einer Kontrolle zahlen sollen, verwies der Minister auf Psychologen und Ökonomen. Mit diesen soll besprochen werden, ab wann Strafen eine Wirkung erzielen. Sollte jemand nicht zahlen, müssten die Bußgelder außerdem „empfindlich erhöht werden.“

Die Hoffnung besteht allerdings bei Karl Lauterbach, dass allein die Ankündigung einer allgemeinen Impfpflicht schon ausreichend Menschen erreicht, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Dennoch ist die Abstimmung über die Maßnahme, die lange von Politikern aller Parteien ausgeschlossen wurde, bereits geplant. Olaf Scholz kündigte an, dass die Abgeordneten des Bundestages ohne die übliche Fraktionseinheit abstimmen werden.

Bereits am Freitag (10.12.2021) wird über eine Impfpflicht für Beschäftigte in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen abgestimmt. Karl Lauterbach wird diese Gelegenheit nutzen und seine erste Rede als Bundesgesundheitsminister halten. Ein Journalist stellte allerdings die These auf, dass die Besetzung Karl Lauterbachs als Gesundheitsminister zu Problemen führen könnte – zum Beispiel für Olaf Scholz. 

Karl Lauterbach. (Archivbild)

Corona-Pandemie: Karl Lauterbach für Impfung von Kindern

Wenn es nach Lauterbach geht, sollten auch Erzieherinnen und Erzieher zu einer Corona-Impfung verpflichtet werden. Als Grund nennt er die neue Omikron-Variante, bei der Kinder häufiger und schwerer erkranken würden. Der Gesundheitsminister sagte gegenüber spiegel.de auch, dass viel dafür spreche, Kinder zu impfen. Er bezog sich auf die angekündigte Empfehlung der Ständigen Impfkommission für eine Impfung von Kindern.

Neben einer Impfpflicht zur Eindämmung von Corona, sprach Lauterbach auch über die Möglichkeit, das öffentliche Leben erneut herunterzufahren: „Ich sage nicht, dass ich mir das wünsche. Aber wenn wir an den Punkt kommen, werde ich dem Bundestag das auch vorschlagen.“ (vbu/dpa)

Rubriklistenbild: © Political-Moments /Imago

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