2G als Königsweg

Karl Lauterbach: Corona-Winter birgt eine „doppelte Gefahr“

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich zu. Karl Lauterbach kreidet eine „verpasste“ Chance der Politik an und hat klare Forderungen.

Berlin - Die aktuelle Corona-Welle* hat Deutschland mit voller Wucht getroffen. Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind aktuell so hoch wie nie zuvor.* Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden am Donnerstag (04.11.2021) 33.949 neue Fälle gemeldet, im Vorjahr waren es zur selben Zeit nur 28.037.

Doch was tun gegen die schier unaufhaltsam grassierende Corona-Pandemie in diesem Herbst? SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* stellt klare Forderungen.

Karl Lauterbach warnt vor dem Corona-Winter in Deutschland (Archivbild).

Corona-Lage in Deutschland ernst: Lauterbach kreidet Fehler der deutschen Regierung an

Im Polit-Talk „Spitzengespräch“ des Spiegels spricht er über die hohen Neuinfektionszahlen in Deutschland. Der Corona-Winter berge eine „doppelte Gefahr“. „In der mittleren Altersgruppe sind es zu viele nicht Geimpfte. Und bei den Älteren, wo das Risiko wirklich hoch ist, da ist das Problem, dass wir eine abnehmende Impf-Wirkung haben und zu wenige Booster-Impfungen“, warnt Lauterbach.

„Relativ früh war klar: Die gesamte erwachsene Bevölkerung wird noch einmal eine Booster-Impfung benötigen“, erklärt der SPD-Gesundheitsexperte. Deshalb sei es ein „Fehler“ gewesen, die Impfzentren derart früh wieder zu schließen. Und der Gesundheitsexperte wird noch deutlicher.

Lauterbach zur Corona-Situation in Deutschland: Politik hat Chance „verpasst“

Die Politik habe es „verpasst“, die Deutschen frühzeitig darüber aufzuklären, wie wichtig Booster-Impfungen gegen das Coronavirus seien. Man müsse damit bei den über 70-Jährigen anfangen und dann schrittweise auch die darunter liegenden Jahrgänge nochmals impfen.

Und es gebe noch ein weiteres Problem. Die 3G-Regel werde in Restaurants und auf Veranstaltungen viel zu wenig geprüft. Häufig seien die Kontrollen viel zu „lax“. Das führe zu einer größeren Zahl an Infektionen, so Lauterbach. Angesichts der steigenden Zahlen spricht er sich klar für strengere Maßnahmen aus. „Die 2G-Einschränkung ist der Königsweg“ und zwar überall dort, wo das soziale Leben stattfände.

Eine neue Corona-Studie enthüllt: Die Leistungsfähigkeit von Fußball-Spielern nach einer Infektion sinkt. Karl Lauterbach appelliert an den ungeimpften Joshua Kimmich.

„Die Lage mit dem Test allein reicht nicht“, betont er. Erstens, da auch Geimpfte unter Umständen ansteckend seien, diese aber nicht getestet werden und zweitens, weil ein Schnelltest in vier von zehn Fällen falsch negativ sei. Demzufolge könnten fälschlicherweise negativ Getestete dadurch wiederum andere Menschen anstecken. (Sophia Lother)*hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

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