Karsai macht dem Westen Vorwürfe

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Afghanistans Präsident Hamid Karsai kritisiert das Vorgehen des Westens in Afghanistan.

Berlin - Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat seine scharfe Kritik am Nato-Militäreinsatz im Land bekräftigt. Dem Anti-Terror-Kampf mangele es an einer nachvollziehbaren Strategie.

„Der Westen hat nicht die Rückzugsgebiete der Terroristen bekämpft, nicht ihre Trainingscamps“, sagte Karsai der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Das eigentliche Problem liege im Nachbarland Pakistan und sei nicht angegangen worden. „Wie kann das logisch sein, wie kann man da zu Ergebnissen kommen“, fragte Karsai. Zugleich bemängelte er, dass seine Regierung vom Westen respektlos behandelt worden sei. „Wir möchten, dass diese Beziehungen besser funktionieren, wir möchten wie Verbündete behandelt werden, nicht wie ein Gegenstand.“

Karsai rief die Taliban auf, die Waffen niederzulegen und sich am politischen Prozess zu beteiligen. Taliban-Anführer Mullah Omar könne 2014 Präsidentschaftskandidat werden und „den Afghanen die Möglichkeit geben, für ihn oder gegen ihn zu stimmen“. 2014 stellt für Afghanistan eine Zäsur dar: Der Westen zieht seine Kampftruppen vom Hindukusch ab und Karsais Amtszeit endet - er darf laut Verfassung nicht mehr antreten.

Das sind die Taliban

Das sind die Taliban

Karsai hatte im Rahmen seiner Friedensbemühungen mit den Taliban am Wochenende Gespräche in Katar geführt. Dazu traf er mit dem Emir in Doha zusammen. Karsai strebt Verhandlungen zwischen den Aufständischen und dem Hohen Friedensrat Afghanistans in Doha an, die in einen politischen Prozess münden sollen. Friedensgespräche ausländischer Staaten mit den Taliban lehnt er ab.

dpa

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