Genehmigung bis 2020

Werrasalz: RP verlängert K+S-Einleiterlaubnis - Werte sinken ab 2015

Kassel. Der Kasseler K+S-Konzern darf aus seinen Düngerwerken und von den Abfallhalden im Raum Bad Hersfeld und Fulda weiter Salzwasser in die Werra einleiten. Das Regierungspräsidium Kassel verlängert die auslaufende Einleitgenehmigung nach zuverlässigen Informationen unserer Zeitung bis 2020.

Ab 2015 gelten aber stufenweise strengere Grenzwerte.

Details nannte Regierungspräsident Walter Lübcke am Donnerstag im Umweltausschuss des Hessischen Landtages. Weiter so wie bisher mit bis zu 2500 mg Chlorid pro Liter Flusswasser am Pegel Gerstungen - das soll nur noch bis 2015 zulässig sein.

Danach soll dieser Wert, der immerhin schon seit 70 Jahren gilt, nach Angaben aus dem Landtag in einer Treppe auf 1700 mg/l reduziert werden. Ähnliches gilt für zulässige Kalium- und Magnesiumwerte, aus denen sich die Wasserhärte errechnet. K+S hatte schon 2008 angekündigt, seinen Abwasserausstoß bis 2015 zu senken. Statt derzeit zehn bis elf Millionen Kubikmeter pro Jahr sollen es dann noch sieben Millionen Kubikmeter sein.

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Druck auf Werra und Weser, die seit etwa 100 Jahren der Kaliindustrie als Abwasserkanal dienen, bleibt dennoch. Der Grund: K+S soll seinen zweiten Entsorgungsweg in absehbarer Zeit aufgeben. Aus der Abwasserversenkung in tiefe poröse Gesteinsschichten will das Land Hessen schnellstmöglich raus - wegen der Risiken für Grund- und Trinkwasser durch zurücksteigende Abwässer.

Die Versenkerlaubnis endet 2015. Dann bliebe nach heutigem Stand - ohne Produktionseinschränkung oder ganz neue Wege - allein das Abpumpen in den Fluss.

Die vom runden Tisch als Lösung der Entsorgungsprobleme favorisierte Nordsee-Pipeline sehen Fachleute nicht vor 2020. Planungen laufen - zumindest bis zur Landtagswahl im Januar steht in Niedersachsen die Landtagsmehrheit dagegen. Nur die Grünen sind dort für das Rohr zum Meer, das den Flüssen das Salz ersparen soll.

Von Wolfgang Riek

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