Landwirt setzt sich für Klimaschutz ein

Er kämpft gegen Stromgiganten: Kasseler Glas der Vernunft für Bauer aus Peru

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Kämpft gegen die Folgend es Klimawandels: Der peruanische Kleinbauer Saul Luciano Lliuya.

Mit seiner Klage gegen den Stromgiganten RWE hat der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya weltweit Schlagzeilen gemacht. Nun erhält er den Kasseler Bürgerpreis Glas der Vernunft.

Weil das Wasser der schmelzenden Gletscher sein Haus und viele weitere in seiner Heimatstadt Huaraz in den Anden bedroht, zog der peruanische Bergführer und Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya vor Gericht. Dafür ist er bis nach Hamm gereist, um den Energiekonzern RWE zu verklagen. Dabei beruft er sich auf einen Paragrafen im Bürgerlichen Gesetzbuch, in dem es heißt: „Wird das Eigentum beeinträchtigt, so kann der Eigentümer von dem Störer die Beseitigung der Beeinträchtigung verlangen.“ 

RWE habe sehr viel Kohle verbrannt und dadurch Gase ausgestoßen, die sich in der ganzen Atmosphäre verbreitet haben, sagt Lliuya. Für seinen Mut und Einsatz für Klima und Gesellschaft wird Lliuya am 23. September mit dem Kasseler Bürgerpreis Glas der Vernunft ausgezeichnet. Das teilten Vorstand und Kuratorium der Gesellschaft der Freunde und Förderer dieses Preises mit.

"Der Preis ist eine große Überraschung. Meine Familie und ich sind sehr glücklich über diese Anerkennung unserer bisherigen Bemühungen. Dies zeigt, dass unser Engagement als richtig und notwendig wahrgenommen und geschätzt wird“, so die Reaktion Lliuyas über den Rückenwind aus Kassel. Der Preis ist nicht nur mit 10.000 Euro dotiert, er sorgt für Aufmerksamkeit. 

Der 37-Jährige fordert eine finanzielle Beteiligung an Schutzmaßnahmen am Rande des Sees, der seine Heimatstadt bedroht. „RWE soll sich entsprechend seines Anteils am menschgemachten Klimawandel – rund 0,5 Prozent – an den Kosten beteiligen“, so Bernd Leifeld, Vorsitzender des Bürgerpreises. Das Oberlandesgericht Hamm hat 2017 entschieden, dass diese Auffassung rechtlich schlüssig sei und es daher nun in die Beweisaufnahme gehen wird.

Während Lliuya darum kämpft, seine Heimatstadt zu retten, versprechen sich Umweltorganisationen eine große Signalwirkung und hoffen, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird, mit dem Druck ausgeübt werden kann, um politische Lösungen zu finden.

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