Kassenärzte fordern stärkere Steuerung von Patienten

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Nach Ansicht der KBV sollte es einen Arzt geben, der für den Patienten immer der erste Ansprechpartner ist - und der ihn dann weiterleitet. Foto: Daniel Karmann

Berlin (dpa) - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hält die neuen Terminvergabestellen für überflüssig. Sie wären nicht nötig, "wenn viele Patienten nicht wahllos Termine bei Ärzten vereinbaren würden", sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Terminservicestellen, die am kommenden Montag in Aktion treten, sollen den gesetzlich Versicherten auf Wunsch binnen einer Woche einen Termin bei einem Facharzt vermitteln.

Die Wartezeiten entstünden, weil es zu viele Patienten gebe, die wegen derselben Beschwerden zu zwei, drei oder sogar noch mehr Fachärzten gingen, sagte Gassen. Man könne diesen "ungehinderten und beliebigen Zugang zum Arzt auf Dauer nicht aufrechterhalten. Wir brauchen Steuerungsinstrumente."

Seiner Meinung nach sollte es einen Arzt geben, der für den Patienten immer der erste Ansprechpartner ist und der ihn dann weiterleitet. "Das kann der Hausarzt sein, aber auch der Frauenarzt oder bei chronisch Kranken auch der behandelnde Facharzt", meinte der KBV-Chef.

Der "Passauer Neuen Presse" sagte Gassen: "Dass wir die Einrichtung der Terminservicestellen kritisch sehen, ist kein Geheimnis. Wir können die Notwendigkeit dieser Einrichtung nicht wirklich erkennen. Im internationalen Vergleich zeigt sich immer wieder, dass wir in Deutschland mit die geringsten Wartezeiten auf einen Arzttermin haben."

Gassen stellte klar, dass über die Terminservicestelle "keinesfalls Wunschtermine beim Wunscharzt vermittelt" würden. "Häufig werden es für den Patienten unbekannte Ärzte sein, die vermittelt werden. Wer einen Termin beim Arzt seines Vertrauens möchte, sollte sich auch weiterhin am besten direkt an die Praxis wenden."

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