Bundesamt fordert Nachbesserung

Katastrophenschützer warnen: Deutschland auf Gift-Terror nicht vorbereitet

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In Köln plante ein Rizin-Bombenbauer einen islamistischen Anschlag

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe fordert eine bessere Vorbereitung von Krankenhäusern und Rettungskräften auf Anschläge mit Giftstoffen.

Update vom 15. März 2019: Bei einem Attentat in zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland sind mindestens 40 Menschen getötet worden.

Berlin/Osnabrück - Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nicht ausreichend auf Terroranschläge mit Giftstoffen oder Kriegswaffen vorbereitet. "Hinsichtlich der aktuellen Terrorgefahren muss Deutschland dringend Maßnahmen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz treffen", sagte BBK-Präsident Christoph Unger der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Freitag. Dass die Gefahr real sei, zeige unter anderem der Rizinfund von Köln.

Der Einsatz von biologischen oder chemischen Kampfstoffen, wie er offenbar in Köln mit Rizin geplant war, träfe viele Einsatzkräfte in Deutschland unvorbereitet, mahnte Unger. "Bei Feuerwehren, aber auch in Krankenhäusern und Rettungsdiensten fehlt es hier an Expertise."

Terror mit Kriegswaffen: Spezielle Ausrüstung für Rettungswagen nötig?

Das gelte auch für den Einsatz von Kriegswaffen wie etwa bei den Anschlägen 2015 in Paris, als die Angreifer mit Kalaschnikows schossen. "So eine Kriegswaffe verursacht ganz andere Verletzungen als eine Pistole, darauf müssen Rettungskräfte vorbereitet werden", sagte Unger. Dazu sei unter anderem spezielle Ausrüstung auf Rettungswagen erforderlich.

Die Polizei hatte im Juni in Köln-Chorweiler einen Tunesier festgenommen, der mehr als 84 Milligramm hochgiftigen Rizins hergestellt hatte. Laut Bundesanwaltschaft wollte er damit eine biologische Bombe bauen und an einem belebten Ort zünden.

Lesen Sie auch: Herrmann: Islamisten sind bereit, biologische Kampfstoffe einzusetzen

AFP

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