Kauder: Kanzler-Debatte muss aufhören

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Der Bundestagsfraktionsvorsitzende von CDU/CSU, Volker Kauder (l), und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) unterhalten sich im Bundestag in Berlin.

München - Wird Guttenberg Kanzler? Die Gerüchte kochen derzeit hoch. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) fordert ein Ende der Gedankenspiele über einen Kanzlerwechsel.

“Wir müssen regieren und nicht spekulieren“, sagte Kauder der “Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe) mit Blick auf Berichte, in der Union werde für den Fall einer Niederlage bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als Kanzler gehandelt. “Herr Guttenberg ist ein sehr guter Minister, aber Frau Merkel ist auch eine exzellente Kanzlerin“, sagte Kauder. Als Ursprung der Spekulationen um seine politische Zukunft werden der Zeitung zufolge in der Union Bundestagsabgeordnete vermutet, die sich angesichts schlechter Umfragewerte Sorgen um ihre Wiederwahl 2013 machen. Auch die Junge Union und ihr Vorsitzender Philipp Mißfelder hatten die Spekulationen um Guttenberg angeheizt. Mißfelder hatte mit Blick auf Baden-Württemberg von einer “Schicksalswahl für die ganze Union“ gesprochen und damit Konsequenzen im Falle einer Niederlage suggeriert.

Sie waren die Chefs der CDU

Sieben Bundesvorsitzende hatte die CDU seit dem Gründungsparteitag 1950: Sechs Chefs und eine Chefin. Wir zeigen die Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union. Das Bild zeigt zwei von ihnen: Rechts Konrad Adenauer, links Ludwig Erhard. © dpa
Konrad Adenauer: Der "Alte vom Rhein" führte die CDU fast 16 Jahre lang vom Oktober 1950 bis zum März 1966. Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Ludwig Erhard: "Mister Wirtschaftswunder" stand von März 1966 bis Mai 1967 an der Spitze der CDU. Höchst erfolgreich als Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963. Zunehmend glücklos als Bundeskanzler von 1963 bis 1966. © dpa
Kurt Georg Kiesinger war von Mai 1967 bis Oktober 1971 Chef der CDU. Von 1966 bis 1969 regierte Kiesinger als Kanzler einer Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD. Nach seiner Abwahl blieb er noch fast zwei Jahre CDU-Vorsitzender. © dpa
Rainer Barzel wurde im Oktober 1971 an die Spitze der CDU gewählt. Er versuchte 1972 vergeblich, Kanzler Willy Brandt (SPD) über ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen, um an Brandts Stelle selbst zum Kanzler gewählt zu werden. 1972 verlor er auch noch die Bundestagswahl gegen Brandt. Er blieb noch bis Juni 1973 CDU-Chef. © dpa
Helmut Kohl wurde im Juni 1973 zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Von 1982 bis 1998 war Kohl Bundeskanzler. In seine Amtszeit fällt die Wiedervereinigung 1990. Nach seiner Abwahl im September 1998 legte Kohl den CDU-Vorsitz nieder. © dpa
Wolfgang Schäuble wurde am 7. November 1998 zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Im Laufe des folgenden Jahres wurde er als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt. Schäuble trat Anfang 2000 im Zuge der CDU-Spendenaffäre zurück. Von 2005 bis 2009 war er Innenminister in der Großen Koalition. Seit Ende 2009 ist er Bundesfinanzminister in der schwarz-gelben Koalition. © dpa
Angela Merkel ist seit dem 10. April 2000 CDU-Chefin. Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin. Bis 2009 in einer Koalition aus Union und SPD. Seitdem regiert sie mit der FDP. © dpa

dapd

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