Kauder auf Konfrontationskurs

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Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, geht auf Konfrontationskurs

Berlin - Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, geht auf Konfrontationskurs zu seinem Parteifreund, Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU). Was er sich verbittet und was er Kritikern rät:

In einem Interview der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ wies Kauder die Warnung Lammerts zurück, die Gesetze zur Euro-Rettung unter Zeitdruck zu verabschieden, und verbat sich “Belehrungen“.

“Wir peitschen keine Gesetze durch“, sagte der CDU/CSU- Fraktionschef. Es stimme nicht, dass “da Befehle ausgegeben würden, die die Fraktion zu befolgen hat“. Die Unionsfraktion arbeite eng und gut mit der schwarz-gelben Bundesregierung zusammen, sei aber nicht willfährig. Gemeinsam mit der FDP-Fraktion werde bei den anstehenden Euro-Gesetzen der Fahrplan festgelegt, sagte Kauder und fügte hinzu: “Wir brauchen da keine Belehrungen - zumal zu einer Zeit, wo das Vertragswerk auf europäischer Ebene noch gar nicht fertig ist.“

Bundestagspräsident Lammert hatte den Zeitplan der Regierung für die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms am Wochenende offen infrage gestellt. Der CDU-Politiker warnte die schwarz-gelbe Koalition davor, die Beschlüsse im Eiltempo durchzusetzen und dabei die Rechte des Parlaments zu missachten. “Die Bundesregierung kann ohne Zustimmung des Bundestags nichts zusagen, was auch nur einen Cent kostet.“ Dies gelte für den Euro-Rettungsschirm wie für jede Ausgabe, die den Haushalt angehe. Lammert wandte sich strikt gegen die Vorstellung der Regierung, die Reform innerhalb kurzer Zeit zu beschließen.

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Nach dem bisherigen Plan der Koalition wird das Kabinett den Beschluss am 31. August verabschieden. Am 23. September solle dann im Bundestag und direkt danach im Bundesrat endgültig abgestimmt werden. Auch bei anderen Unionspolitikern war zuletzt die Befürchtung gewachsen, dass die Euro-Beschlüsse ohne ausreichende Beratung durchgesetzt werden sollen. Es sei die “übliche Durchpeitscherei“ zu erwarten, sagte der sächsische CDU-Abgeordnete Manfred Kolbe. CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder bekräftigte die Forderung, die Parteibasis frühzeitig in die Beschlüsse einzubeziehen.

Kauder sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ zu den parteiinternen Debatten über mehr Beteiligung und einsame Entscheidungen von CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel: “Aktuell rate ich jenen, die jetzt Parteitage fordern, bei der Kritik immer präzise zu bleiben.“ Die CDU habe die Wehrpflicht nicht “einfach so aufgegeben“, wie manche sagten. Deren Aussetzung sei vor einem Jahr auf einem CDU- Bundesparteitag nach einer Serie von Regionalkonferenzen einmütig verabschiedet worden.

dpa

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