Rund um Heime nehmen aber Ladendiebstähle zu

Kein Anstieg bei schweren Straftaten durch Flüchtlinge

Der von einigen Menschen befürchtete Anstieg schwerer Straftaten rund um niedersächsische Flüchtlingsheime bleibt bislang aus. Allerdings nehmen Ladendiebstähle mancherorts zu.

Auch gibt es Polizeieinsätze wegen Auseinandersetzungen in den Unterkünften. Flächendeckende Zahlen gibt es noch nicht.

Wie die Sprecherin des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius (SPD) mitteilte, hat die Zahl der Diebstähle, bei denen Bewohner der Flüchtlingslager in Bramsche, Friedland und Braunschweig verdächtigt wurden, im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Das gehe aus einer Erhebung für die Zeit von Januar bis 15. September hervor. Allerdings gebe es schlichtweg mehr Flüchtlinge, sagte die Sprecherin. Es gebe keine „objektiv messbare, stärkere individuelle Kriminalitätsbelastung“. Bei der Erhebung wurden nur Delikte außerhalb der Einrichtungen gezählt.

Die Polizei in Hannover stellt keinen auffälligen Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit Flüchtlingslagern fest. Ladendiebstähle würden aber zunehmen. Eine Sprecherin der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover teilte wiederum mit, es werde in den Supermärkten nicht mehr gestohlen als sonst.

An einigen Orten hat die Polizei spezielle Einheiten eingerichtet. So gibt es in Bramsche sowie in Friedland ein Fachkommissariat. Es beschäftigt sich mit Delikten um und in der Erstaufnahmeeinrichtung. Laden- und Fahrraddiebstähle sowie Körperverletzungen hätten merklich zugenommen, sagte ein Polizeisprecher in Osnabrück. Allerdings sei das auch mit der gestiegenen Personenzahl zu erklären.

Angespannter scheint die Lage in Braunschweig zu sein. In der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung leben momentan rund 3250 Flüchtlinge. Die Polizei hatte einen „bemerkenswerten Anstieg“ von Straftaten verzeichnet, mit Asylbewerbern als Tatverdächtige.

Sorgen der Anwohner

Ist die Sorge von Anwohnern also berechtigt? „Man muss mit Sicherheit keine Angst haben und Hysterie ist sowieso unberechtigt“, sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen, Dietmar Schilff. Er warnte davor, mit Gerüchten Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Das sorge nicht für eine Versachlichung des Themas.

Angesichts der unklaren Faktenlage und der Gerüchte lässt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ein bundesweites Polizei-Lagebild zur Kriminalität unter Flüchtlingen erstellen. (dpa)

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