Kein Ehec in Bach: Streit um falschen Alarm

Frankfurt/Berlin. In Hessen wird darüber gestritten, wer die Öffentlichkeit hätte informieren müssen, dass es im Frankfurter Erlenbach auf dem Höhepunkt der EHEC-Krise gar keine tödlichen Keime gab.

Das Gesundheitsamt in Frankfurt und die Ministerien in Wiesbaden sahen am Freitag den jeweils anderen in der Pflicht, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin fühlt sich nicht zuständig. Gesundheits- und Umweltministerium in Wiesbaden hatte am 17. Juni eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben, wonach im Erlenbach die gefährliche Variante des EHEC-Erregers nachgewiesen wurde.

Erst jetzt wurde bekannt, dass es falscher Alarm war. Das BfR hat am Donnerstagabend bestätigt: In der fraglichen Wasserprobe wurde die gefährliche Variante nicht nachgewiesen. Man habe zunächst einen Schnelltest durchgeführt, der einen „positiven Verdachtshinweis“ ergeben habe. Danach wurde der Keim im Labor mehrere Tage lang angezüchtet - mit letztlich negativem Ergebnis.

Die „mikrobiologische Entwarnung“ sei an den Einsender der Probe - das Frankfurter Gesundheitsamt - weitergegeben worden. Die Öffentlichkeit zu informieren „ist nicht unsere Aufgabe“, hieß es in Berlin. Das Gesundheitsamt hat nach eigenen Angaben „im Rahmen seiner Zuständigkeit am 6. Juli die Ärzteschaft über diesen Kenntnisstand informiert“. Die Bevölkerung erfuhr nichts davon. Für die Öffentlichkeitsarbeit seien „die zuständigen Stellen“ verantwortlich, heißt es in einer Erklärung des Gesundheitsamts vom Donnerstagabend - gemeint sind die Ministerien.

In Wiesbaden gibt man den schwarzen Peter zurück. „Wir hätten das gern kommuniziert - wenn wir es erfahren hätten“, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums der dpa. „Wir haben diese „mikrobiologische Entwarnung“ bis heute nicht bekommen.“ Dass der erste - positive - Befund nur ein Verdacht war, sei aus dem Schreiben des BfR nicht ersichtlich gewesen. „Da stand eindeutig das Wort „nachgewiesen“.“ (dpa)

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