Kein lebenslänglich für Fußball-Doppelmord von Hannover

Hannover/Karlsruhe. Der Doppelmörder von Hannover wird nicht zu lebenslanger Haft verurteilt. Für den Mord an zwei Italienern nach einem Fußballstreit während der WM 2010 bleibt es bei dem Strafmaß von 14 Jahren und 6 Monaten.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verwarf am Donnerstag einen Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft, die eine härte Strafe gefordert hatte.

Der damals 42 Jahre alte Täter hatte sich in einem Lokal im Rotlichtviertel mit zwei Italienern darüber gestritten, wie oft Deutschland und Italien Weltmeister waren. Dabei hatte er die Tatsache bestritten, dass Italien vier Titel und damit einen mehr als Deutschland hat.

Er verließ daraufhin das Lokal, kehrte aber 20 Minuten später wieder zurück und trat an den Tisch der 47 und 49 Jahren alten Italiener. Mit den Worten: „Da hast Du vier Sterne“, schoss er dem ersten von ihnen in den Kopf. Als der zweite Italiener um sein Leben bat, feuerte er auch zwei Kugeln auf ihn ab. Danach flüchtete er nach Mallorca, wo er sich allerdings kurz darauf den spanischen Behörden stellte.

Das Landgericht Hannover verurteilte den Mann wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Er habe aber bei seiner zweiten Tat nicht heimtückisch gehandelt. Wegen seiner Alkoholkrankheit gestand das Gericht dem Mann eine verminderte Schuldfähigkeit zu. Bei der Strafzumessung von 14 Jahren und 6 Monaten Haft blieben die Richter ein halbes Jahr unter der Höchststrafe von 15 Jahren.

Diese Wertung wollte die Staatsanwaltschaft von den obersten Richtern prüfen lassen. Der BGH bestätigte nun das Urteil vom Landgericht. Selbst die Bundesstaatsanwaltschaft sah keinen Grund, daran zu zweifeln. (dpa)

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