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Kein PCR-Test trotz positivem Schnelltest? Diese Corona-Regeln sollen kommen

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Von: Karolin Schäfer

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Aufgrund der rasant steigenden Fallzahlen werden die PCR-Testkapazitäten knapp. Am Samstag beraten die Gesundheitsminister über eine Änderung der Teststrategie.

Update vom Samstag, 22.01.2022, 10.10 Uhr: Hinsichtlich der Corona-Teststrategie könnte es schon bald eine Änderung geben. Die Gesundheitsminister beraten am Samstag (22.01.2022) über das weitere Vorgehen. Dabei soll es vor allem um die Priorisierung der PCR-Tests gehen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant, dass künftig auf einen positiven Schnelltest kein PCR-Test folgt. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). So soll beispielsweise ein positiver Befund zu Hause nur noch in einem Testzentrum bestätigt werden. „Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können“, so Lauterbach gegenüber der Rheinischen Post.

Hausärzteverband befürwortet Priorisierung von PCR-Tests

Auch der Deutsche Hausärzteverband befürwortete die Priorisierung der sehr genauen PCR-Tests. „Ich begrüße es, wenn PCR-Tests künftig nicht mehr zur Bestätigung jedes Antigentests gemacht werden müssen – gerade wenn die Testkapazitäten jetzt zur Neige gehen“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Aus medizinischer Sicht sei es „nicht sinnvoll, nach einem positiven Antigen-Test und eindeutigen Symptomen auch noch einen PCR-Test machen zu müssen“´, so Weigeldt weiter.

Patientenschützer Eugen Brysch sprach sich allerdings dafür aus, Corona-Risikogruppen bei den PCR-Tests zu priorisieren. „Hochbetagte, Pflegebedürftige, Schwerstkranke und ihre Angehörigen müssen bei der PCR-Testung an erster Stelle stehen“, forderte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Nur Berufsgruppen bei den Labortests zu priorisieren, könne dem Anspruch, die am stärksten gefährdeten Menschen zu schützen, nicht gerecht werden.

Abstriche aus Mund und Nase sorgen in der Corona-Pandemie für Sicherheit. Nun soll die Teststrategie angepasst werden.
Abstriche aus Mund und Nase sorgen in der Corona-Pandemie für Sicherheit. Nun soll die Teststrategie angepasst werden. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Kein PCR-Test trotz positivem Schnelltest? Diese Corona-Regeln könnten bald gelten

Erstmeldung vom Mittwoch, 19.01.2022: Kassel – Mittlerweile dominiert die Corona-Variante Omikron in Deutschland: Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Mutante werden vor allem die PCR-Testkapazitäten knapp. Die Auslastung der Labore stieg in der vergangenen Woche auf 86 Prozent (Vorwoche 64 Prozent).

Zudem wurde ein Höchstwert an Testungen seit Beginn der Corona-Pandemie festgestellt. Wie der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland (ALM) am Dienstag (18.01.2022) berichtete, wurden vom 10. Januar bis zum 16. Januar fast zwei Millionen PCR-Tests durchgeführt. Gleichzeitig erreichte die Anzahl der positiven Befunde einen Rekordwert. Etwa jeder vierte Test sei positiv.

Corona-Tests in Deutschland: Kapazitätsgrenzen teilweise erreicht

Dem ALM zufolge sind die Kapazitätsgrenzen der Labore in vielen Regionen bereits erreicht – oder sogar überschritten. Michael Müller, 1. Vorsitzender der ALM, appellierte an die Politik, die SARS-CoV-2-Diagnostik bereits bei der Testabnahme zu priorisieren. „Für den Fall weiter steigender Testzahlen kann in den Laboren, insbesondere bei Engpässen, auch auf laborbasierte Antigentests zurückgegriffen werden“, so Müller. Das würde auch die Nationale Teststrategie vorsehen. Gleichzeitig würden Antigen-Schnelltest „ein qualitätsgesichertes und laborärztlich befundetes Ergebnis“ liefern und den Barf an PCR-Tests „sinnvoll reduzieren“.

Der Vorsitzende setzt darauf, prioritär Menschen mit Corona-Symptomen sowie vulnerable Gruppen zu testen. „Wir hätten uns von der Gesundheitsministerkonferenz am gestrigen Montag auch klare Empfehlungen für die Priorisierung der SARS-CoV-2-Tests – insbesondere bei der Testabnahme – nach der Nationalen Teststrategie für die fachärztlichen Labore als eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung gewünscht“, kritisiere Michael Müller. „Wir brauchen jetzt Lösungen zur Vermeidung der Überlastung der Labore“, so Müller weiter.

Corona-Teststrategie: Änderung soll noch diese Woche kommen

Noch in dieser Woche soll über eine Änderung der Teststrategie in Deutschland entschieden werden. Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zufolge sei eine Aktualisierung der Priorisierung von PCR-Test bereits in der Planung. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, werde derzeit die „Testverordnung angepasst“ und „in den kommenden Tagen“ veröffentlicht.

Das Land Berlin hatte dazu bereits einen Antrag gestellt. PCR-Tests sollen bei hohen Infektionszahlen künftig auf „symptomatische Personen und vulnerable Gruppen“ beschränkt werden. Bei Personen mit einer symptomfreien Corona-Infektion nach einem positiven Schnelltest könnte damit auf einen PCR-Test verzichtet werden. Sollte die Corona-Warn-App eine Begegnung mit hohem Risiko verzeichnen, soll laut Entwurf auch hier künftig nur ein Schnelltest erfolgen.

Das sieht der Entwurf weiter vor:

Corona: PCR-Tests vom Gesundheitspersonal werden priorisiert

Bei Freitestungen hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits bewirkt, dass das Gesundheitspersonal, etwa in Klinken und Pflegeheimen, bei der Auswertung der PCR-Tests Vorrang erhält.

Auch Hendrik Streeck, Virologe und Mitglied des Corona-Expertenrates der Bundesregierung, sprach sich für eine neue Teststrategie aus. „Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, sollten sich nicht mehr auf Verdacht PCR-Tests unterziehen“, schrieb Streeck in einem Beitrag für die Zeit. In erster Linie solle „symptombezogen“ getestet werden. (kas)

Angesichts der Omikron-Variante steigt die Unsicherheit in der Bevölkerung: Doch wie verlässlich sind die herkömmlichen Corona-Tests? Allerdings könnte ein neuer Test schon bald die PCR-Tests ablösen. Das Verfahren erkennt Corona-Infektionen in wenigen Minuten und wird vom Paul-Ehrlich-Institut empfohlen.

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