Zum Tag der Deutschen Einheit

Die DDR kein Unrechtsstaat? - Ein Kommentar zu Gysi

Pünktlich zum Tag der deutschen Einheit sorgt der Begriff "Unrechtsstaat" für die DDR wieder einmal für Ärger. Der Bundestagsfraktionschef der Linken, Gregor Gysi, möchte das Wort lieber nicht hören. Aber nicht, weil es nicht richtig wäre. Sondern wegen ein paar alten Linken. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

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Ob die DDR ein Unrechtsstaat war? Klar war sie das. Warum sonst wurde dieser „Staat“ von seinen Bewohnern auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen? Und wenn die Ostdeutschen nicht von russischen Panzern, von SED und Stasi, von einer Willkürjustiz und einem perfiden Unterdrückungs- und Überwachungssystem in Schach gehalten worden wären, dann hätte sich der real existierende Sozialismus von Moskaus Gnaden nicht erst nach 40 Jahren, sondern schon nach fünf eine neue Heimat suchen können.

All das weiß Gregor Gysi natürlich. Als ob er seine rhetorischen Verrenkungen entschuldigen wollte, hatte er denn auch sogleich darauf hingewiesen, dass er eigentlich nur die „Lebensleistung“ der Ostdeutschen nicht in Frage gestellt sehen wolle.

Der Ostdeutschen? Das grenzt an Zynismus, besteht doch - siehe oben - deren Lebensleistung darin, die Vorgängerpartei der Linken abgeschüttelt zu haben. Aber muss deswegen die Nachfolgerpartei getröstet werden, dass ja auch sie auf ihre Lebensleistung stolz sein kann? Nein, denn das kann sie nicht. Im Gegenteil. Es könnte in vielen, vielen Jahren mal so sein. Nur: Dafür sollte auch Gysi am besten erstmal mit der Wahrheit anfangen.

Unseren Autor erreichen Sie per Mail: tpa@hna.de

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