Mit Kindern über Terror reden: Medienpädagogin gibt Tipps

Kassel. Den Terror in Paris bekommen viele Kinder mit - auch wenn ihre Eltern sich bemühen, sie von der Bilder- und Informationsflut fernzuhalten.

Doch wie beantwortet man ihre Fragen kindgerecht? Wie nimmt man ihnen die Angst? Kristin Langer, Medienpädagogin der Initiative „Schau hin“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärt, wie Eltern ihren Kindern helfen, die Nachrichten aus Paris zu verarbeiten.

Wenn Kinder oder Jugendliche Fragen haben, sei dies gut, erklärt Langer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Kinder sind neugierig, und Eltern sollten ihnen die Realität nicht vorenthalten.“ Es sei daher sinnvoll, dass Eltern auf die Fragen ihrer Kinder antworten und das Geschehene erklären.

Je nachdem, wie alt Kinder sind, interessieren sie oft ganz unterschiedliche Aspekte der Ereignisse. Jüngere Kinder im Kindergartenalter oder jünger sollten von den Nachrichten ferngehalten werden - in diesem Alter bedarf es keiner Aufklärung. Sie lebten häufig in ihrer eigenen Welt.

Kinder im Grundschulalter sollte man nicht konfrontieren, wenn sie aber Fragen stellen, sollten Eltern sie auch beantworten. „Mit Jugendlichen kann man aber über die Ereignisse sprechen und deren Fragen sollten Eltern auch beantworten“, erklärt Langer.

Im Gespräch sollte man immer versuchen, die Ängste zu dämpfen. Sie werden fragen, warum Menschen so etwas tun und sie werden wissen wollen, ob das auch in ihrem Umfeld geschehen kann. Sätze wie „In Deiner Schule wird so etwas nicht passieren“ oder „Ich passe auf Dich auf, damit Dir nichts geschieht“, sind keine Unwahrheit - diese kleinen Versprechen vermittelten dem Kind Sicherheit in einem Moment, in dem es diese dringend braucht. Jeder Elternteil habe andere Möglichkeiten, mit seinem Kind zu sprechen und jedes Kind reagiere anders.

„Auf explizite Bilder oder Schilderung makaberer Szenen sollten Eltern auf jeden Fall verzichten“, sagt Langer. Diese können sie nicht verarbeiten.

Langer empfiehlt unsicheren Eltern, Kindernachrichten zusammen zu hören oder zu sehen. Auch im Internet gibt es viele Seiten, die die komplizierten Nachrichten auf eine verständliche Ebene für jedes Alter herunterbrechen (siehe Servicekasten).

Grundsätzlich sei wichtig, einen Zeitpunkt für das Gespräch zu wählen, an dem man selbst nicht aufgewühlt ist, betont die Expertin. Wenn Eltern antworten, dann sollten sie dies immer ehrlich tun.  

Weitere Informationen unter: http://www.schau-hin.info

Alle Informationen von Montag zu den Pariser Anschlägen finden Sie in unserem Ticker.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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