Wie geht es weiter im Tarifstreit?

Kita-Streik: Verdi-Führung berät über weiteres Vorgehen

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Die Schlichtungsempfehlung sieht zwischen 2 und 4,5 Prozent mehr Geld vor. Foto: P. Kneffel/Archiv

Frankfurt/Main - Im Kita-Tarifstreit mit den Kommunen berät die Bundestarifkommission von Verdi heute in Frankfurt/Main über das weitere Vorgehen. Dazu will sich Verdi-Chef Frank Bsirske dann am Nachmittag äußern.

Im Kita-Tarifstreit mit den Kommunen will die Bundestarifkommission von Verdi am Dienstag in Frankfurt am Main über das weitere Vorgehen beraten. Fast 70 Prozent der betroffenen Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft hatten in einer Befragung die Schlichtungsempfehlung von Ende Juni abgelehnt. Sie sah zwischen 2 und 4,5 Prozent mehr Geld für Erzieher und Sozialarbeiter vor, die Gewerkschaften hatten etwa 10 Prozent gefordert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wies die Forderung nach Zugeständnissen zurück. Neue Streiks in den Kindertagesstätten rückten damit immer näher. Die nächsten Verhandlungen sind an diesem Donnerstag (13. August) in Offenbach geplant.

Nach der Ablehnung des Kompromissangebots durch die Mehrheit der betroffenen Gewerkschaftsmitglieder hatte Verdi-Chef Frank Bsirske die Schlichtung für die rund 240 000 Beschäftigten für gescheitert erklärt. Er werde der Tarifkommission eine entsprechende Empfehlung vorlegen. Falls die Arbeitgeber nicht nachlegen, will er die Streiks wieder aufnehmen. Bsirske setzt dabei auf unberechenbarere und noch „spürbar einschneidendere Streikformen“. Das kündigte der Gewerkschaftschef am Montag in Düsseldorf an. Falls es dazu komme, würden die Streiks voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte fortgesetzt. „Aber nicht einfach mit Dauerstreiks.“ Wenn die Arbeitgeber nicht einlenkten, müsse es „mehr Stress“ geben, sagte Bsirske.

Der Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Landkreistag, Hans-Günter Henneke, warnte Verdi. „Ein erneuter Streik würde das Fass zum Überlaufen bringen, aus gewerkschaftspolitischen Motiven gesellschaftliche Realitäten verkennen und die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen überschätzen“, sagte Henneke der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

„Hier wird eine Tarifauseinandersetzung auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen, die bereits während des ersten Streiks über Gebühr strapaziert worden sind“, fügte der Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbands der Landkreise hinzu. Niemand bestreite, dass die Erzieherinnen eine verantwortungsvolle Aufgabe „für uns alle erfüllen“, die auch angemessen honoriert werden müsse. „Dem wird aber durch den Vorschlag der Schlichter Rechnung getragen“, sagte Henneke

dpa

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