KKH-Affäre: 199 Telefonate "inakzeptabel"

Hannover. In der Affäre um Versicherte der KKH-Allianz, die telefonisch aus der gesetzlichen Krankenkasse gedrängt wurden, hat das Bundesversicherungsamt jetzt den internen Prüfbericht der KKH erhalten.

Die Kasse räumt ein, dass bei 1100 Telefonaten über nicht bezahlte Zusatzbeiträge „in 199 Fällen Betroffene auf inakzeptable Art und Weise ein Wechsel der Krankenkasse nahegelegt wurde“.

Unterdessen hat der Vorsitzende des Ärzte-Hartmannbunds in Niedersachsen, Dr. Bernd Lücke, KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit aufgefordert, „die Verantwortung für die kriminellen Machenschaften“ zu übernehmen. Auch die Staatsanwaltschaft sei gefordert: Es sehe nach Nötigung aus, wenn wie im ZDF-Magazin Frontal 21 gezeigt, Schwerkranke aus der Kasse gedrängt würden, sagte Lücke unserer Zeitung. Das sei moralisch besonders verwerflich und möglicherweise eine Straftat.

In einer mit der BVA abgesprochenen Mitteilung der Kasse hieß es, die interne Prüfung zeige keine unmittelbare Verantwortung des KKH-Vorstands. An den Vorgängen seien nur wenige Mitarbeiter beteiligt gewesen – es habe Überwachung durch Vorgesetzte gefehlt. Fast 100.000 ALG-2-Empfängern habe die KKH im Übrigen Schuldenprobleme durch Erlass des Zusatzbeitrags ab 2011 erspart. (wrk)

Rubriklistenbild: © dpa

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