Klimakiller: Bouffiers Dienstwagen schneidet schlecht ab

Mit viel Kohlendioxid unterwegs: Beim „Klimakiller-Ranking“ die deutschen Umwelthilfe schnitt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier 2011 mit einem Phaeton am schlechtesten ab. Auch in diesem Jahr ist er Schlusslicht.

Wiesbaden. Am Montag will die Deutsche Umwelthilfe in Berlin ihr „Klimakiller“-Ranking von Politiker-Dienstwagen vorstellen, und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schneidet dabei gar nicht gut ab.

Nicht nur, weil der CO2-Ausstoß seines Dienstwagens mit 314 Gramm pro Kilometer an der Spitze der Limousinen deutscher Ministerpräsidenten liegt; sondern auch, weil sich der CDU-Politiker nach Informationen des Hessischen Rundfunks erst durch eine Klage bewegen ließ, überhaupt Aussagen zu seinem Dienstwagen zu machen. Auch andere Politiker versuchen laut Umwelthilfe immer wieder, Daten zu verweigern.

Phaeton

Bereits im vergangenen Jahr führte Bouffier das Ranking mit seinem Phaeton (Benzin) und 348 g/km an. Sein niedersächsischer Kollege David Mc Allister, der 2011 einen Audi A8 4,2 TDI quattro Diesel fuhr, stand mit 204 g/km deutlich besser da. Am besten schnitt Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen ab, der es im Mercedes E250 CDI Blue Efficiency (Diesel) mit 139 g/km bewenden ließ. Zum Vergleich: Die EU-Verordnung vom 23. April 2009 setzte für Neuwagen einen Emissionsdurchschnitt von 130 Gramm pro Kilometer fest.

Die Deutsche Umwelthilfe erstellt das Dienstwagen-Ranking unter deutschen Spitzenpolitikern seit sechs Jahren. Sie fragt unterschiedliche Fahrzeugdaten ab und leitet anhand der Herstellerdaten den CO2-Ausstoß ab. Nur durch eine Klage beim Verwaltungsgericht Wiesbaden hat die Umwelthilfe erreicht, dass Bouffier in diesem Jahr überhaupt Informationen preisgab. Die Umwelthilfe beruft sich bei ihren Klagen auf das Umweltinformationsgesetz. Regierungssprecher Michael Bußer sagte unserer Zeitung, man habe noch vor der Klagebescheidung den CO2-Ausstoß genannt, nur auf diese Information habe die Umwelthilfe geklagt. Weitere Angaben mache die Staatskanzlei aus Sicherheitsgründen nicht. Auch darüber, welches Automodell Bouffier derzeit fährt, schwieg sie sich aus. Ein niedriger CO2-Wert sage im Übrigen nichts über die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Dienstfahrzeuges aus, so Bußer.

Der nordhessische SPD-Umweltexperte Timon Gremmels meinte etwas hämisch, Bouffier sei beim CO2-Ausstoß Spitze, hinke dafür bei der Energiewende hinterher: „Bei allem Respekt davor, dass ein Dienstwagen als rollendes Büro auf vielen langen Touren bestimmte Anforderungen an Platzangebot und Komfort erfüllen muss, dieser Ausstoß an Kohlendioxid muss nicht sein.“ Andere Ministerpräsidenten seien deutlich klimafreundlicher unterwegs.

Im Oktober vergangenen Jahres waren die Dienstwagen von Deutschlands Bischöfen abgefragt worden. Auch viele Kirchenmänner waren damals wegen zu hoher Emissionen kritisiert worden.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.