"One Planet Summit"

Klimaschützer loben Pariser Gipfel

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Ernst Ulrich von Weizsäcker sieht den Versuch einer "Versöhnung zwischen Finanzwelt und Klimaschutz". Foto: Thierry Le Fouille

Konzerne, Staaten und Privatleute wie Bill Gates haben in Paris mehr Engagement beim Kampf gegen die Erderwärmung versprochen. Klimaschützer freut das - aber von Deutschland wünschen sie sich mehr.

Paris (dpa) - Klimaschützer haben überwiegend positiv auf die Ergebnisse des Pariser Klimagipfel reagiert. "Der Gipfel hat gezeigt, dass es eine enorme Dynamik für mehr globalen Klimaschutz gibt", sagte Christoph Bals von Germanwatch.

Bei dem Spitzentreffen mit mehr als 4000 Teilnehmern hatten unter anderem große Investoren und Entwicklungsbanken konkrete Schritte angekündigt, um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte mit dem Treffen die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranbringen, das genau zwei Jahre zuvor beschlossen worden war. Darin verpflichtet die Welt sich, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Bei dem "One Planet Summit" waren fast 130 Länder vertreten, mehr als 50 davon mit ihrem Staats- oder Regierungschef.

"Der Gipfel war zwar keine umwerfende Party, aber doch eine passable Feier zum zweiten Geburtstag des Pariser Klimaschutzabkommens", sagte Oxfam-Experte Jan Kowalzig. Der Entschluss der Weltbank, ab 2019 keine Projekte zur Erschließung von Erdöl und Erdgas mehr zu finanzieren, könne einen wichtigen Steuerungseffekt haben: "Die Weltbank hat bei Großprojekten in den Entwicklungsländern immer noch eine Funktion als Leitwolf für andere Banken." Die positiven Schritte dürfen aber nicht davon ablenken, dass Regierungen und Investoren noch jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar in fossile Energien pumpten: "Sie wetten damit letztlich darauf, dass die Regierungen das Pariser Klimaschutzabkommen nicht konsequent umsetzen werden."

Germanwatch-Experte Bals sagte, das Spitzentreffen habe gezeigt, dass eine "neue Phase des internationalen Klimaschutzes" begonnen habe. Er sieht jetzt Berlin in der Pflicht. "Für die zukünftige Bundesregierung hat der Gipfel eine klare Aufgabe benannt." Frankreich verlangt unter anderem nach einer gemeinsamen Führungsrolle und einer Pflicht zur Offenlegung von Klimarisiken für Unternehmen und Investoren.

Auch die Grünen forderten in Deutschland mehr Taten - und kritisierten, dass nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Paris war, sondern Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). "Die Bundesregierung dagegen hat mit ihrem unmotivierten Höflichkeitsbesuch erneut eine Chance vertan, die Pariser Klimaziele voranzubringen", sagte die Klimapolitikerin Annalena Baerbock der dpa. Ohne klares Bekenntnis der Kanzlerin bleibe etwa Hendricks' Stellungnahme für einen wirksamen CO2-Preis, der fossile Energien verteuert, "heiße Luft".

Der Ko-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, sieht nach dem Gipfel den Versuch einer "Versöhnung zwischen Finanzwelt und Klimaschutz". "Wenn über Nacht alle Buchwerte für Eigentum an fossilen Reserven auf Null reduziert würden, würde das eine rechnerische Wert-Vernichtung in der Größenordnung von bis zu 20 Billionen Dollar mit sich bringen", sagte er der "Heilbronner Stimme" (Mittwoch). In der Finanzwelt spüre man stellenweise "Panikstimmung". "Macron scheint sich zu bemühen, hier zu besänftigen und einen Trend des Investierens in Richtung Klimaschutz auszulösen." Wenn Europa "einen Stimmungswandel in der Finanzwelt hinbekommt, ist das für (US-Präsident Donald) Trump ein viel kräftigeres Signal als markige Sprüche aus dem politischen Raum", sagte von Weizsäcker.

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