20. September 2019 

Klimastreik-Demo in Frankfurt: Fridays for Future wird zu weltweiten Massenbewegung

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Klimastreik in Frankfurt: Tausende Aktivistinnen und Aktivisten sammeln sich am Opernplatz.

Tausende beteiligen sich an Demonstrationen  - zwei Aktivisten in Darmstadt verhaftet - Liveticker zum Klimastreik

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  • Große Demonstrationen in Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt
  • 20-25 Personen besetzen Paulskirche
  • Polizei nimmt zwei Aktivisten in Darmstadt fest

18:20 Uhr: Spätestens seit dem heutigen Freitag ist „Fridays for Future“ eine weltweite Massenbewegung. Einige Beobachter sprechen von mehreren Millionen Menschen, die sich an den tausenden Demonstrationen über den ganzen Globus verteilt beteiligt haben. Allein in Deutschland fanden weit über 500 Aktionen mit rund 1,4 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Protest organisierte sich außerdem auf den Straßen von London, Paris, Sydney, Bangkok und Tokio.

17:45 Uhr: Die Teilnehmerzahlen der Demonstrationen in Hessen haben die Erwartungen der Veranstalter bei weitem übertroffen. Diese hatten im Vorfeld in Frankfurt mit etwa 8.000  Personen gerechnet. Letztlich sollen weit über 10.000 dem Aufruf gefolgt sein.

17:40 Uhr: In Paris sollen sich laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa rund 9.400 Personen an Klima-Protesten beteiligt haben. Ihre Forderung: mehr Klimaschutz in Frankreich.

17:30 Uhr: Insgesamt war der Klimastreik in Deutschland ein voller Erfolg. Laut Angaben der „Fridays for Future“ Bewegung sollen sich bundesweit 1,4 Millionen Menschen an den Protesten beteiligt haben.

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Klimastreik in Frankfurt: Besetzung der Paulskirche friedlich beendet

17:20 Uhr: Die Besetzung der Paulskirche wurde soeben friedlich beendet. Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten haben den Innenraum friedlich verlassen. Vor den Türen der Paulskirche werden sie mit Applaus empfangen.

17:06 Uhr: Die Besetzer*innen der Paulskirche haben offenbar beschlossen, die Aktion freiwillig zu beenden.

17:03 Uhr: Offiziell ist die Demo beendet. Das gilt aber zunächst nicht für die Besetzung der Paulskirche.

17:00 Uhr: Aus den sozialen Medien erreicht uns die Nachricht, dass mittlerweile alle Ein- und Ausgänge der Paulskirche von den Aktivistinnen und Aktivisten blockiert sind.

Lage in der Paulskirche ruhig - Stadt lässt Demonstrant*innen gewähren

16:55 Uhr: Vor Ort ist mittlerweile auch Nils Bremer, Referent von Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Bis 17 Uhr ist die Paulskirche regulär geöffnet, so lange dürfen die jungen Leute natürlich auch hier bleiben“, sagt Bremer. Wie es dann weitergehe, müsse man sehen. Die Polizei habe die Eingänge verschlossen, weil sich auf dem Paulsplatz mittlerweile sehr viele Demonstranten versammelt hätten.

16:38 Uhr: Die Stimmung vor der Paulskirch bleibt ruhig. Vor den Türen versammeln sich immer mehr Menschen. Es werden auch Reden gehalten.

16:15 Uhr: Offenbar sind mittlerweile Vertreter der Stadt in der Paulskirche eingetroffen. Hausrecht über das Gebäude hat übrigens Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Er hatte selbst an der Demonstration teilgenommen. Die Leute werden dazu aufgefordert, vor Ort zu bleiben. Was mit den Leuten in der Kirche passiert, ist bislang nicht klar.

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Klimastreik in Frankfurt: Aktivistinnen und Aktivisten besetzen Paulskirche

16:10 Uhr: Die Polizei umstellt die Personen, die den Haupteingang der Paulskirche blockieren. Die Lage ist angespannt, bislang bleibt aber alles friedlich.

15:55 Uhr: Mittlerweile ist ein Großaufgebot der Polizei an der Paulskirche eingetroffen. 20 bis 30 Leute besetzen weiterhin den Innenraum.

15:40 Uhr: Touristinnen und Touristen können die Paulskirche aktuell nicht betreten. Vor dem Eingang sammeln sich immer mehr Personen. Eine Spontandemonstration soll laut Angaben von Aktivist*innen auf dem Platz der Paulskirche angekommen sein.

15:32 Uhr: Laut Informationen aus den sozialen Netzwerken ist der erste Polizeiwagen an der Paulskirche eingetroffen. Im Innenraum der Kirche sitzen mehrere Demonstrantinnen und Demonstranten. Auf einem Banner steht: „Klimagerechtigkeit bedeutet eine Welt ohne Klassenunterschiede“.

15:18 Uhr: Offenbar haben Aktivistinnen und Aktivisten der Klimastreik-Demo die Paulskirche in der Frankfurter Innenstadt besetzt.

15:15 Uhr: In Darmstadt folgen nach Angaben einer Sprecherin des linken Bündnisses „Global Climate Strike Darmstadt“ mehr als 10.000 Menschen dem Demonstrationsaufruf. In drei Demonstrationszügen, die am Hauptbahnhof, Nordbahnhof und Ostbahnhof starteten, ziehen die Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten in die Darmstädter Innenstadt. Es gibt Informationsstände und Foodtrucks, die vegane und vegetarische Gerichte anbieten.

Auch in Darmstadt wird demonstriert.

15:11 Uhr: Der Demonstrationszug ist zurück an der Alten Oper. Die musikalische Untermalung liefert aktuell Queen mit „We are the Champions“.

15:08 Uhr: Auch in Nordhessen wird protestiert. Alle Informationen über die Demonstration in Kassel finden Sie im Liveticker der HNA.

15:03 Uhr: Am Protest beteiligen sich auch Unternehmen aus der Finanzwirtschaft. Zwei Angestellte einer Bank, die „in Nachhaltigkeit investiert“, halten ein Plakat in die Höhe, auf dem geschrieben steht: „Unternehmen für die Energiewende“.

15:01 Uhr: Laut Informationen der „Hessenschau“ wurden vereinzelt Bengalos und Rauchtöpfe gezündet. Die Gesamtlage bleibt aber friedlich.

14:58 Uhr: Nicht nur in Deutschland wird demonstriert. Auch in Sydney sammeln sich die Menschen und gehen für eine andere Klimapolitik auf die Straße.

14:30 Uhr: Bislang bleibt alles friedlich. Die Polizei ist vor Ort, hält sich aber zurück. Die Botschaft „SUVs sind gefährlich und stinken“ findet viel Anklang bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Klimastreik in Frankfurt: Demonstranten diskutieren mit Passanten

14:10 Uhr: Während der Demonstrationszug sich durch Frankfurt bewegt, diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Passanten. Philippa und Zilan antworten auf die Frage, warum sie sich am Klimastreik beteiligen: „Die Leute müssen endlich kapieren, dass was passieren muss.“ Ihrer Meinung nach ist gerade „das Plastik ein großes Problem“.

Zwei Herren, die den Demonstrationszug beobachten, sehen die Sache anders. Sie glauben, dass die Schülerinnen und Schüler nur streiken, um Schule zu schwänzen.

13:58 Uhr: Mit der Parole „Wir sind wütend, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“ bewegt sich der Protestzug vorwärts.

13:40 Uhr: Ein kurzer Blick nach Berlin: Während in Berlin nach Angaben der Initiatoren mehr als 80.000 Menschen auf die Straße gehen, tagen im Kanzleramt die Koalitionsspitzen, um sich auf ein Klimapaket zu einigen, das Deutschland dabei helfen soll, die Klimaziele bis 2030 zu erfüllen. Nun gibt es erste Ergebnisse zum Klimapaket: Unter anderem sollen Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas durch einen CO2-Preis verteuert werden. Es gibt jedoch auch Entlastungen. Neue Schulden will die Regierung dafür nicht aufnehmen. Kritik kommt gleich von Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

13:25 Uhr: Auch die FR ist mit einem Stand am Opernplatz dabei: Die Chefredakteure Thomas Kaspar und Michael Bayer präsentieren dort die heutige Spezialausgabe zum Klimastreik: 

FR-Chefredakteure im Einsatz: Thomas Kaspar und Michael Bayer präsentieren die Spezialausgabe der FR am Opernplatz in Frankfurt.

13:10 Uhr: In Frankfurt sind bereits jetzt 10.000 bis 15.000 Aktivistinnen und Aktivisten auf der Straße unterwegs und beteiligen sich an der Klimastreik-Demonstration. Dabei sind Menschen aus allen Gesellschaftsschichten: jung und alt, mit Migrationshintergrund und ohne.

12:35 Uhr: Der Opernplatz in Frankfurt ist gefüllt mit Menschen und immer noch kommen Leute die Bockenheimer Landstraßer herunter, um sich der Demonstration anzuschließen. Von der Bühne schallt es: „Macht mal Lärm, dass man Euch richtig hört!“

Klimastreik in Darmstadt: Polizei verhaftet zwei mutmaßliche Klima-Aktivisten

12:05 Uhr: Aus Darmstadt erreicht uns die Meldung, dass die Polizei zwei Jugendliche festgenommen haben soll, bei denen es sich laut der Beamten „allem Anschein nach“ um Klimaaktivisten handelt. Der 16-jährige Darmstädter und der 20-jährige Roßdorfer sollen die Worte „Klimastreik“ und „Globaler Streik“ an mehreren Orten der Innenstadt - darunter der Karolinenplatz und der Luisenplatz - aufgetragen haben.

11:50 Uhr: Kuriose Situation in der S5 aus Richtung Friedrichsdorf. Die Bahn ist brechend voll, doch knapp die Hälfte der Fahrgäste steigt an der Messe aus. Ihr Ziel: die IAA. Die andere Hälfte fährt weiter bis zur Taunusanlage, um dort gegen das zu demonstrieren, was die Automesse repräsentiert.

11:15 Uhr: Etwa 150 Leute laufen über die Mainzer Landstraße zur zentralen Kundgebung am Opernplatz. Es gibt mehrere solcher Sternmärsche zum Opernplatz. Dort soll um 12 Uhr die Auftaktkundgebung von „Fridays for Future“ beginnen.

Klimastreik in Frankfurt: Klima-Aktivisten blockieren den Verkehr

10:50 Uhr: Stau auf der Friedberger Landstraße: Klima-Aktivisten demonstrieren. Der Verkehr staut sich von der Frankfurter Fachhochschule bis zur Friedberger Warte: In der Schlange der wartenden Fahrzeuge stehen viele Einsatzfahrzeuge der Polizei. Ihre Zahl ist größer als die Zahl der Demonstranten, die vor ihnen hergehen. Einer der Aktivisten steigt in einen Bus der Linie 30, der gerade vor dem Hochschulgebäude an einer Haltestelle steht. Er ruft „30 Sekunden“ hinein. Busfahrer und Fahrgäste sind erstaunt. Offensichtlich haben sie nichts vom Klima-Protest gehört. Der Fahrer wartet, als der Demonstrant aussteigt, fährt er weiter.

Update, 20.09.2019, 10:30 Uhr: Heute, am Tag des Klimastreiks sieht die gedruckte Frankfurter Rundschau anders aus als sonst: Aktivistinnen und Aktivisten von „Fridays for Future“ haben die Zeitung übernommen - und erklären auf 29 Seiten ihre Ziele. Das Extra gibt‘s als Download:

Hier FR-Sonderseiten von Fridays for Future anfordern

Update, 20.09.2019, 10:20 Uhr: Der Klimastreik findet unter anderem heute statt, weil heute das Klimakabinett der Bundesregierung tagt und Ergebnisse vorstellen will. Seit Donnerstagabend wird in diesem Kreis verhandelt, nun verdichten sich die Hinweise, dass man sich einem Ergebnis nähert. Am Nachmittag (gegen 14.30 Uhr) soll es eine Pressekonferenz geben.

Update, 20.09.2019, 09:00 Uhr: Mit ersten Straßenblockaden haben am Freitag in der Frankfurter Innenstadt die Demonstrationen zum globalen Klimastreik begonnen. Am zentral gelegenen Baseler Platz hielten mehrere Dutzend Aktivisten den Straßenverkehr auf und lösten einen Stau sowie ein Hupkonzert aus.

Verkehrsbehinderungen wegen Klimastreik und Demonstrationen in Frankfurt

Update, 19.09.2019, 10.15 Uhr: Am Freitag (20.9.) finden in Frankfurt gleich mehrere angemeldete Demonstrationen zum globalen Klimastreik statt. „Fridays for Future“ beginnt um 12 Uhr am Operplatz in Frankfurt mit der Auftaktkundgebung. Um 13 Uhr beginnt der Demonstrationszug, der über die Taunusanlage, Gallusanlage, den Willy-Brandt-Platz, die Weißfrauenstraße, Berliner Straße, Kurt-Schumacher-Straße, Konrad-Adenauer-Straße, Vilbeler Straße, Schäfergasse, Stephanstraße, Stiftstraße, Taubenstraße, Hochstraße zurück zum Opernplatz führen wird. Dort ist ab 16 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant.

Ab 10.30 Uhr sollen Sternmärsche zur Alten Oper ziehen, die dann ebenfalls an der Auftaktkundgebung von „Fridays for Future“ teilnehmen. Unter den Aktivisten sollen auch Gewerkschaften, ein „antikapitalistischer Block“, ein „internationalistischer Block“ und auch Aktivisten von „Ende Gelände“ sein. Ab 15 Uhr seien „Massenaktionen im öffentlichen Raum“ geplant, heißt es von den Organisatoren. Was konkret geplant ist, ist noch nicht bekannt.

Aktivist*innen von Fridays for Future haben am Freitag, 20. September 2019 die Frankfurter Rundschau gekapert. Einfach bei www.fr.de/fridays Mailadresse eingeben, Verfizierungscode erhalten und die Klima-Sonderausgabe lesen.

Wegen der Demonstrationen und Kundgebungen im Rahmen des globalen Klimastreiks kommt es in Frankfurt am Freitag (20.9.) zu Einschränkungen im Straßenverkehr und teilweise auch im Nahverkehr. Ein Überblick über die Informationen, die die Polizei veröffentlicht hat:

  • ab 7 Uhr wird zu Aktionen aufgerufen, laut Polizei gibt es dazu aber bisher keine Versammlungsanmeldung
  • 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr: Ein Demonstrationszug zieht von der Galluswarte über Mainzer Landstraße, Platz der Republik, Friedrich-Ebert-Anlage, Senckenberganlage und Bockenheimer Landstraße zum Opernplatz.
  • 11.00 Uhr bis 11.30 Uhr: Ein Demonstrationszug bewegt sich vom Hülya-Platz über die Leipziger Straße zur Bockenheimer Warte.
  • 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr: Demonstrationszug vom Untermainkai über die Neue Mainzer Straße zum Opernplatz.
Außerdem sollen weitere Versammlungen und Demonstrationszüge im Innenstadtbereich stattfinden. Die Polizei rät daher, die Frankfurter Innenstadt am Freitag soweit möglich zu umfahren und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Hessisches Kultusministerium: Exkursion zum Klimastreik keine schulische Veranstaltung

Update, 19.09.2019, 9.30 Uhr: Das hessische Kultusministerium hat offenbar etwas dagegen, dass Schulklassen zum Klimastreik nach Frankfurt gehen. Das Kultusministerium ließ Anfang der Woche über die Staatlichen Schulämter mitteilen, dass eine Exkursion zum Klimastreik von „Fridays for Future“ keine schulische Veranstaltung ist und nicht durch die Unfallkasse Hessen versichert sei, wie fr.de* berichtet.

Update, 18.09.2019, 10.15 Uhr: Wer am Freitag (20.9.) am globalen Klimastreik teilnehmen will, sollte zuvor das Gespräch mit den Arbeitnehmervertretung in seinem Unternehmen suchen, rät die Linke. „Natürlich ist es immer gut sich an die gewerkschaftliche Vertretung zu wenden und an die Betriebsräte, damit die eine Sanktionsfreiheit aushandeln“, sagte Linke-Parteichef Bernd Riexinger gegenüber der dpa. „Grundsätzlich gilt, je mehr Menschen in einem Betrieb organisiert mitmachen, desto mehr können sie sich erlauben. Außerdem können die Beschäftigen in vielen Betrieben ja auch ihre Mittagspause ein wenig verlängern.“ Die Linke ruft dazu auf, sich an dem Klimastreik am Freitag zu beteiligen.

An erster Stelle rate er allen Betrieben, der Belegschaft die Teilnahme am Streik zu ermöglichen. „Wenn Unternehmen in dieser Situation wirklich Sanktionen androhen, spricht das allerdings auch Bände über ihre Unternehmensphilosophie“, sagte Riexinger. Der Linke-Chef war lange Jahre als Betriebsrat und Gewerkschafter aktiv. „Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen. Entsprechend sollten wir am Freitag alle gemeinsam ein Zeichen setzen“, sagte er. Was Anwälte zum Thema Streiken für das Klima sagen.

Update, 17.09.2019, 14.45 Uhr: Spinnen die Jugendlichen? FR-Chefredakteur Thomas Kaspar antwortet in einem Brief seinem Vater, der sich über Klima-Aktivisten aufregt

Update, 17.09.2019, 9.00 Uhr: Nur Tage vor dem globalen Klimastreik am 20. September wurden Greta Thunberg und die „Fridays for Future“-Bewegung mit dem Ehrentitel „Botschafter des Gewissens“ ausgezeichnet. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verleiht.

#AllefürsKlima: Das fordert Fridays for Future für Deutschland

Klimastreik am 20. September: Wer mit einem Flixbus fährt, bekommt eine Freifahrt

Update, 16.09.2019, 17 Uhr: Gut 200 Mitgliedsfirmen des Verbands UnternehmensGrün beteiligen sich am Freitag aktiv am Klimastreik schließen ihre Geschäfte und rufen ihre Mitarbeiter auf, für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Auch der Fernbusanbieter Flixbus will zur Teilnahme an den globalen Demonstrationen animieren: Wer mit dem Flixbus zu einer Klimademonstration am 20. oder 27. September fährt, bekommt dafür eine Freifahrt. Dazu müsse man am Vortag oder am Tag der Demo ein Ticket in eine der teilnehmenden Städte buchen und dieses mitsamt einem Selfie von der Demo einreichen. „Wir wollen, dass sowohl unsere Fahrgäste als auch unsere Mitarbeiter Teil der weltweiten Streikbewegung für eine nachhaltige Zukunft sind“, erklärt Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein. Demnach gibt das Unternehmen allen interessierten Beschäftigten für die Dauer der Veranstaltung frei.

Update, 16.09.2019, 15 Uhr: Wenige Tage vor dem weltweiten Klimastreik wirft die „Fridays for Future“-Bewegung der deutschen Bundesregierung Versagen in der Klimapolitik vor. Statt einer ambitionierten Klimaschutzpolitik liefere sie nur leere Versprechungen, denen keine Taten folgten, sagte ein Sprecher von „Fridays for Future“. Nötig seien gerechte und wirksame Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz. Dafür gebe es eine gesellschaftliche Mehrheit.

Bislang sind für den globalen Klimastreik am kommenden Freitag (20.9.) mehr als 400 Demonstrationen und Aktionen alleine in deutschen Städten angemeldet. Ziel sei es, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. „Scheinlösungen und gute Worte werden wir nicht akzeptieren“, sagte Sprecher Linus Steinmetz.

Klimastreik am 20. September: Auch die Frankfurter Rundschau beteiligt sich

Update, 12.09.2019: Die Frankfurter Rundschau beteiligt sich am Klimastreik am 20. September mit einer Sonderausgabe zum Klimaschutz. Die Ausgabe wird am 21. September veröffentlicht. Wie Sie teilnehmen können, erfahren Sie in unserem Aufruf.

Update, 11.09.2019: Amnesty International fordert die Schulen auf, ihre Schüler an den Klimastreiks am 20. September teilnehmen zu lassen. Die globalen Klimastreiks an diesem Tag seien von „historischer Bedeutung“, heißt es in einem veröffentlichten Aufruf. Man dürfe die Schüler weder an der Teilnahme hindern, noch sie dafür bestrafen.

In dem Amnesty-Brief an Schulleitungen in mehreren Ländern heißt es weiter: „Die Klima-Krise ist das bestimmende Menschenrechtsthema für diese Generation von Kindern.“ Die Folgen des Klimawandels würden das Leben dieser Generationen in fast jeder denkbaren Weise beeinflussen. Das Versagen der meisten Regierungen, angesichts der erdrückenden wissenschaftlichen Beweise für den Klimawandel entsprechend zu handeln, sei die „größte Menschenrechtsverletzung in der Geschichte“, die eine Generation der anderen antue.

Greta Thunberg streikt mit New Yorker Jugendlichen für das Klima

Fridays for Future und ein großes Bündnis planen Klimastreik am 20. September

Erstmeldung: Bisher sind im Rahmen der Bewegung Fridays for Future überwiegend Schüler freitags für Klimaschutz auf die Straßen gegangen - nun sollen sich auch Erwachsene anschließen. Den 20. September 2019 hat sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis für einen globalen Klimastreik ausgesucht.

Das ausgewählte Datum hat einen Hintergrund: Am 20. September 2019 tagt in Berlin das Klimakabinett und entscheidet darüber, wie es mit dem Klimaschutz in Deutschland weitergehen soll. Es geht um die Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen in Deutschland und vor allem darum, wie man die Klimaziele erreichen kann. Zeitgleich wird in New York der UN-Klimagipfel (21.-23.9.2019) vorbereitet. Dabei soll es um die Frage gehen, wie man den „Herausforderungen des Klimawandels begegnet“.

Bei der ARD Talkrunde "Hart aber fair" wird das Thema Klimaschutz heftig diskutiert. Der Moderator Frankfurt Plasberg scheint darüber überrascht zu sein. 

Großes Bündnis will Klimastreik von Fridays for Future unterstützen

Für den 20. September ruft nun ein großes Bündnis, zu dem Umwelt-, Wohlfahrts-, Kultur- und Entwicklungsverbände, Kirchen, Klimaschutzinitiativen, Vereine und soziale Bewegungen gehören, dazu auf, die Fridays-for-Future-Bewegung zu unterstützen. Unter anderem Greenpeace, der WWF, Amnesty International, die Caritas, Oxfam, Robin Wood und Brot für die Welt haben sich dem Bündnis angeschlossen, auch Unternehmen und Gewerkschaften rufen zur Teilnahme am Klimastreik am 20. September auf.

Im Aufruf heißt es: „Jetzt gilt es für uns alle, uns dem Protest von Fridays For Future anzuschließen. Wenn wir jetzt zusammenstehen, können wir die Regierung zum Handeln treiben.“ Viele Menschen, die überall auf der Welt auf die Straßen gingen, würden den Staats- und Regierungschefs beim UN-Klimagipfel zeigen: „Wir lassen nicht zu, dass ihr unser aller Zukunft verheizt!“ Und weiter: „Als breites zivilgesellschaftliches Bündnis rufen wir alle auf, am 20. September gemeinsam mit Fridays For Future auf die Straße zu gehen. Gemeinsam fordern wir: Klimaschutz jetzt!“ (Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein Streik für das Klima, der es in sich hat)

Unterstützung für Fridays for Future: Klimastreik in vielen deutschen Städten

In zahlreichen deutschen Städten finden am 20. September Aktionen zum Klimastreik statt. In Frankfurt treffen sich die Streikenden ab 12 Uhr am Opernplatz, in Darmstadt um 12 Uhr am Hauptbahnhof, in Hanau um 13 Uhr auf dem Freiheitsplatz.

Greta Thunberg, die Initiatorin der Fridays-for-Future-Bewegung, hält sich nach ihrer Schiffsreise in die USA für den UN-Klimagipfel in New York auf und rührt von dort aus die Werbetrommel für den globalen Klimastreik. „Jeder ist willkommen und jeder wird gebraucht“, schreibt sie auf Instagram. Die 16-jährige Schwedin will am 20. September am Klimastreik in New York teilnehmen und am 27. September in Montreal streiken.

Unternehmen beteiligen sich am Klimastreik und unterstützen Fridays for Future

Auch zahlreiche Unternehmen wollen sich am Klimastreik am 20. September beteiligen. Das Bündnis Entrepreneurs for Future, dem knapp 2500 Firmen angeschlossen sind, ruft unter dem Hashtag #HowToKlimastreik auf, sich am 20. September der Bewegung Fridays for Future anzuschließen. Die Entrepreneurs for Future stehen nach eigenen Angaben für mehr als 180.000 Arbeitsplätze und mehr als 27 Milliarden Euro Umsatz.

Ursprünglich hatten Greta Thunberg und Jugendliche aus aller Welt einen Aufruf zum globalen Klimastreik verfasst, der im Mai in der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlicht wurde. Dort meldeten sich auch prominente erwachsene Unterstützer von Fridays for Future zu Wort. Auch zahlreiche namhafte Klima- und Wirtschaftsforscher unterstützen den Aufruf.

Fridays for Future: Greta Thunberg wird verehrt und gehasst

Dass Greta Thunberg sich lautstark für den Klimaschutz engagiert, passt längst nicht allen. Kritiker arbeiten sich an der Klimaaktivistin ab, andere, wie der Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker, fordern gar den Friedensnobelpreis für Thunberg.

Frankfurt soll bis 2036 einen Fernbahnhof unter der Erde bekommen.

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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