Tarifverhandlungen

Kliniken, Schulen, Polizei: Drohen neue Streiks im öffentlichen Dienst?

+
Schon bald könnte es bei Kitas, Schule und der Polizei zu Warnstreiks kommen. 

Potsdam - Vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen spricht der Beamtenbund eine deutliche Warnung aus. Kommen die Länder den Forderungen nicht entgegen, wird gestreikt.

Vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Länder in Potsdam hat der Beamtenbund dbb die Arbeitgeber mit bundesweiten Protesten und Warnstreiks gedroht. „Wir brauchen jetzt ein ernsthaftes Angebot der Länder“, sagte dbb-Verhandlungsführer Willi Russ der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Bisher habe die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) die Gewerkschaftsforderungen dogmatisch zurückgewiesen. „Wenn die TdL in Potsdam weiter mauert, reagieren die Beschäftigen in den kommenden Tagen überall in Deutschland mit spürbaren Protesten und Warnstreiks.“

Die Gewerkschaft Verdi und der dbb sowie die Arbeitgeber hatten sich zum Start Mitte Januar kompromissbereit gezeigt. Zugleich machte die TdL deutlich, dass sie die Gewerkschaftsforderung von sechs Prozent mehr Lohn für deutlich zu hoch hält.

Diese Einrichtungen könnten vom Streik betroffen sein 

Russ verwies auf die Nachwuchsprobleme im öffentlichen Dienst. Positive und deutliche Signale beim Einkommen seien schon deshalb nötig. Bei den Verhandlungen geht es um die Bezahlung rund einer Million Angestellter der Länder und um das Geld für 2,2 Millionen Beamte von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre, auf die das Ergebnis übertragen werden soll.

Unter Geldmangel litten die Länder nicht, sagte Russ. 8,5 Milliarden Euro Haushaltsüberschüsse für die Länder allein im vergangenen Jahr zeigten das Gegenteil. Warnstreiks und Protestaktionen könnten unter anderem Straßenmeistereien, Unikliniken, Schulen oder die Polizei betreffen.

Ein Durchbruch wird frühestens in der dritten Verhandlungsrunde vom 16. Februar an erwartet. Hessen ist nicht Mitglied in der TdL, dort gilt die angestrebte Tarifeinigung somit nicht.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.