Kommentar zum E 10-Chaos: Klimaschutz geht anders

Der Widerstand aus Politik und von Umweltverbänden gegen den problematischen Bio-Kraftstoff Super E10 wächst. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat für Dienstag zum „Benzingipfel“ geladen. Ein Kommentar zum E 10-Chaos.

Größer, schneller, schwerer - das war lange die Devise deutscher Autobauer und Neuwagenkäufer. Ganz aus den Köpfen und Modellentwicklungen verschwunden ist sie noch längst nicht. Klimaschutz, weg vom Erdöl?

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Das geht vor allem mit tatsächlicher Einsparung, mit kleiner, langsamer, leichter auch beim Autobau. Dafür hätten sich die Bundesregierungen aber mutiger mit der Autolobby anlegen, hätten sie auch in Brüssel schärfere CO2-Grenzwerte durchsetzen und mit der Kfz-Steuer einen Trend weg vom PS-Wachstum zum Sparmobil begünstigen müssen. Und längst auch Autobahnen ein Tempolimit verordnen können.

Aber da gefällt sich Deutschland rückwärtsgewandt, trotzig und weltweit inzwischen allein als Hort der Gasfuß-Freiheit. Stattdessen Rechenspiele mit E10-Mischungen, deren tatsächliche Umwelt- und Klimaverträglichkeit hochumstritten sind und deren Einführung am Markt nun schon zum zweiten Mal zu scheitern droht. Schlecht erklärt, weil niemand sich zuständig fühlt: Versteht keiner richtig, will niemand wirklich. Klimaschutz geht anders - was der Benzingipfel überhaupt schafft, ist offen.

Von Wolfgang Riek

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