Tatjana Coerschulte über Manuela Schwesigs Vorschlag

Kommentar zur 32-Stunden-Woche für Eltern: "Nicht durchdacht"

Tatjana Coerschulte über die Elternarbeitszeit

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will das Elterngeld Plus zum Teil aus Steuermitteln bezahlen. Das ist nicht durchdacht, sagt HNA-Politikredakteurin Tatjana Coerschulte. Ein Kommentar.

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Junge Mütter in ländlichen Gebieten wie Nordhessen und Südniedersachsen haben selten das Problem, dass ihr Arbeitgeber von ihnen unmögliche Arbeitszeiten verlangen. Sie haben häufig gar keinen Arbeitsplatz, weil: die Kita sich im Kilometer weit entfernten Nachbardorf befindet und auf dem Papier zwar „Ganztag“ anbietet, tatsächlich aber um 14.30 Uhr schließt. Die modernen Omas wohnen außerdem auch nicht alle um die Ecke oder sie haben weder Zeit noch Lust, sich täglich pflichtschuldig um die Enkel zu kümmern. Der Mann hat zwar einen Vollzeitjob, dessen Gehalt wird aber dringend gebraucht, um Haus und Auto zu bezahlen.

Diesem Problem will Familienministerin nun beikommen, indem sie jungen Müttern mehr aus Steuern bezahlte Zeit gibt – etwa um die Kinder zu chauffieren? Es wäre besser, die Kita-Betreuung flächenmäßig und zeitlich auszubauen. Das hier noch Bedarf besteht, zeigt sich schon daran, dass etliche Firmen inzwischen selbst für Kitas gesorgt haben – sonst gehen die Ingenieure nach Stuttgart und nicht nach Göttingen oder Kassel.

Schwesigs Idee ist ein Schnellschuss. Keine Frau bekommt Kinder, weil sie dann nur noch 32 Stunden arbeiten muss.

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