Tatjana Coerschulte über den Vorstoß des EU-Parlaments

Kommentar zu den Schockbildern der EU: "Rückkehr des Zigarettenetuis"

Tatjana Coerschulte

Das EU-Parlament will Zigarettenpackungen mit Schockbildern bedrucken lassen. Das wird aber keinen Raucher von seiner Sucht abbringen, kommentiert HNA-Redakteurin Tatjana Coerschulte.

Geübte Raucher wissen schon jetzt, welche Folgen die von der EU gewünschten Schockbilder auf Zigarettenpackungen haben werden: In den Geschäften liegen dann wieder Zigarettenetuis in allen Farben und Preisklassen auf der Theke. Darin können Raucher die so unschön bedruckten Schachteln verbergen. So war das jedenfalls vor Jahren, als plötzlich Warnhinweise wie „Rauchen lässt ihre Haut altern“ auf die Packungen aufgedruckt werden mussten.

Damals wie heute war das Ziel, Raucher von ihrer Sucht abzuhalten. Und damals wie heute wird das nicht in dem gewünschten Maße gelingen. Raucher, die ein teerzerfressenes Gebiss auf einer Packung sehen, glauben fest, dass der Mensch auf dem Foto sehr viel mehr geraucht haben muss als sie selbst. So überlistet die Sucht das Gehirn. Der überzeugteste Ex-Raucher ist der, welcher diesen Mechanismus begriffen hat.

Deswegen ist es sinnvoller, Geld in Gesundheitskampagnen und -berater für Schulen und andere Einrichtungen zu stecken, damit junge Menschen erst gar nicht anfangen und Raucher mit Unterstützung aufhören können. Das EU-Parlament hätte dann auch Kapazitäten frei, um sich mit den echten Problemen der Union zu beschäftigen.

 

coe@hna.de

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