Einfache Parolen

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Jan Schlüter über Renten in Ost und West

Damit lässt sich in Wahlkämpfen gut Stimmung machen: „Gleiche Renten in Ost und West!“. Wer wäre nicht auch dafür? Schließlich klingt das so wunderschön sozial und gerecht.

Die Linke hebt sofort die Hand, die Sozialdemokraten sind ebenso dafür und überhaupt die Bundesregierung ja auch. So steht es im Koalitionsvertrag, und so hat es die Kanzlerin jüngst erneut öffentlich ausgerufen. Gleich in drei ostdeutschen Bundesländern wird demnächst ein neuer Landtag gewählt – da will niemand den Linken das Feld überlassen. Der Mindestlohn lässt grüßen.

Was das kosten könnte? Wer das bezahlen soll? Wie das in die extrem komplizierten Rentenberechnungen einzubauen ist? Pöh, das sind doch nur Fragen von Nörglern. Im Wahlkampf zählen die einfachen Parolen.

Wer sich aber die Mühe macht, Details zu betrachten, wird schnell feststellen, wie dehnbar der Begriff der Rentengerechtigkeit sein kann. Wenn nämlich alle in Ost und West für einen bestimmten Lohn dieselbe Rentenhöhe bekommen sollen, müsste ein Umrechnungsfaktor aus der Rentenberechnung gestrichen werden, der heute die Ostdeutschen bevorzugt. Veränderungen der Rentenformeln können so schnell zu einem politischen Bumerang werden. jas@hna.de

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