Auftrag für London

Katrin Pribyl über Schottlands Nein zur Unabhängigkeit

Die Ehe zwischen Schottland und Großbritannien wird nicht geschieden. Politiker des Vereinigten Königreich haben dafür gefleht, gebettelt und Zugeständnisse gemacht. Am Ende dürfte bei den meisten Schotten die Angst vor dem Ungewissen überwogen haben. Wie viele hier in Schottland zugaben: Ihr Herz sagt Ja, ihr Kopf sagt Nein. Zum Feiern dürfte Premierminister David Cameron trotzdem keineswegs zumute sein, er wäre fast als Premierminister in die Geschichte eingegangen, dem das Land auseinanderfällt.

In einer politischen Panikattacke haben Cameron, sein liberaldemokratischer Vize Nick Clegg und Labour-Oppositionsführer Ed Miliband den Schotten 48 Stunden vor Öffnung der Wahllokale ein noch mehr Autonomie versprochen. Dabei besitzt das Regionalparlament in Edinburgh bereits weitreichende Befugnisse. So zahlen Studenten anders als in England keine Studiengebühren, ältere Menschen keine Rezeptgebühr.

Nun werden die Extrawürste für die Schotten noch größer. Damit hat Alex Salmond zumindest sein Minimalziel erreicht: Noch mehr Kompetenzen für seine regionale Regierung.

Während Schottland zufrieden sein kann, meckern verständlicherweise andere Regionen des Vereinigten Königreichs. Das politische System auf der Insel ist unfair und rückständig. Der Dezentralisierungsprozess aus den 90erJahren, als der damalige Premierminister Tony Blair Regionalparlamente geschaffen hat, sollte fortgeführt werden. nachrichten@hna.de

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