Kommentar zum Rücktritt von AfD-Vorstand Henkel: Alternative am Abgrund

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Der Abgang von Hans-Olaf Henkel aus der Führung der Alternative für Deutschland markiert vielleicht nicht das Ende der AfD. Dazu ein Kommentar von HNA-Korrespondent Werner Kolhoff.

Der Abgang markiert aber das Ende ihres Versuches, eine für bürgerliche Menschen wählbare Alternative zur FDP zu sein.

Denn genau dafür war Henkel, Ex-FDP-Mann, Ex-BDI-Präsident, geholt worden. Gegen den Euro, für konservative Familienwerte, mehr innere Sicherheit, all das geht noch für ehemals liberale Wähler. Aber mit Le Pen gegen Europa und mit Pegida gegen Ausländer und Flüchtlinge, das geht nicht. Da befindet sich der Rubikon. Einige in der AfD spielen damit, ihn zu überschreiten.

Das ist nicht das Einzige. Die AfD zieht, wie Henkel bei seinem Abgang ungeschminkt beschrieben hat, viele zwielichtige Personen an. „Spinner, Pleitiers, Karrieriste.“ Das ist normal bei einer Parteigründung. Aber bei der AfD bekommt die Führung dieses Phänomen nicht in den Griff. Es gibt in fast allen Landesverbänden persönliche Skandale, Rücktritte, Querelen, Unregelmäßigkeiten. Eitelkeiten und Hass bestimmen das Klima. Auch in den Gremien ganz oben.

Links von der SPD hat es zwei erfolgreiche Neugründungen gegeben, die jeweils einer klaren Linie folgten. Die Grünen als ökologische Partei, die Linke als strikt pazifistisch-sozialistische Partei. Was soll da entsprechend auf der rechten Seite sein, was die Union nicht abdeckt? Ein Nein zum Euro allein reicht wohl nicht. Und was soll da Wähler binden, wenn es so unseriös daherkommt? Die AfD steht gegenwärtig weit näher am Abgrund, als sie selbst vielleicht weiß.

E-Mail an den Autor: nachrichten@hna.de

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- Henkel erklärt Rücktritt aus AfD-Bundesvorstand

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