Kommentar zu Shitstorms im Internet: Hetze im Netz

Ein falsches Wort kann ausreichen, und schon zieht im Internet ein Shitstorm herauf. Ein Kommentar dazu von Wolfgang Riek.

The Medium is the message“, schrieb der kanadische Kommunikationstheoretiker Marshal Mc Luhan, das Medium ist die Botschaft. Soll in etwa heißen: Nicht Inhalte von Informationen sind uns das Wichtigste, sondern die Technik, mit der sie übermittelt werden. Die Botschaft des Internets: blitzschnell, direkt und auf Tastenklick weltumspannend.

Das ist einerseits toll, hält User andererseits aber unter Dauerstrom: Online sein, ja nichts verpassen. Das Dranbleibenmüssen geht längst auf Kosten von Rechtschreibung und Satzbau. Nur Ältere bedauern das, Jüngere haben sich längst auf neue Codes geeinigt. Dass Tempo zuweilen auch auf Kosten von Nachdenken geht, ist ebenso unübersehbar. Man merkt das vor allem in Shitstorms, die alles mitreißend durchs Netz toben und den wahren Kern oder das Kernchen der Empörung oft weit hinter sich lassen. Bleibt dann nur blanke Hetze, hat das mit fairem Meinungsaustausch nichts mehr zu tun.

Dass das Netz sich nach und nach Anstandsregeln gibt, kann man hoffen. Das Agieren in Anonymität spricht eher dagegen. Was andererseits ein wenig Mut macht: Schlägereien in Parlamenten, die früher an der Tagesordnung waren, sind über die Jahrzehnte bei uns auch aus der Mode gekommen.

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