Kommentar zu Eon und der Atomkraftkehrwende: Salto rückwärts

Es sollte die größte Abspaltung eines Unternehmens werden, die es jemals in Deutschland gegeben hat: In Zukunft, so der Plan, wollte der Energieriese Eon voll und ganz auf die erneuerbaren Energien setzen. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Kohle, Gas und Kernkraft – das alte Geschäft wollte der Konzern loswerden. Doch aus der größten Abspaltung wurde der größte Salto rückwärts.Letztlich waren die Risiken für Eon wohl zu groß. Der Konzern wird sich nun wieder selbst um die Abwicklung seiner Atomkraftwerke kümmern.

Freiwillig dürfte Eon-Vorstand Johannes Teyssen diese Entscheidung nicht getroffen haben, dafür war der politische Druck zuletzt zu groß. Per Gesetz wollte die Politik verhindern, dass der Energieriese die Verantwortung für den Atomausstieg abgibt. Sie hatte deshalb einen Entwurf vorgelegt, der die Haftung für die Folgeschäden faktisch unbegrenzt bei den Unternehmen belässt – auch wenn die Atomsparten abgespalten werden. Zwar dürfte die Atomkraft für Eon auch künftig ein Auslaufmodell sein, aber klare Verhältnisse hätten dem Neuanfang gut getan. Nun muss sich ausgerechnet die neue grüne Eon mit der Atomkraft herumschlagen.

Ob die Milliarden-Rücklagen überhaupt ausreichen, um die Kosten für die nuklearen Altlasten zu schultern, darf man bezweifeln. Aus dem Risiko sind die Steuerzahler durch diese Düsseldorfer Kehrtwende keineswegs herausgekommen.

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