Ein Jahr nach Terroranschlag in Berlin

Kommentar zum Fall Anis Amri: Fluch der Versäumnis

Ein Jahr nach dem Terroranschlag in Berlin gibt es bis heute mehr Fragen als Antworten. Die Verantwortlichen müssen aus ihren Fehlern lernen, meint HNA-Redakteur Ullrich Riedler. 

Wie ein Fluch lastet der Fall des tunesischen Terroristen Anis Amri auf dem Land. Einer der schlimmsten Anschläge, den Deutschland bislang erlitten hat, wirft auch ein Jahr nach der Todesfahrt auf dem Berliner Weihnachtsmarkt weiter quälende Fragen auf. Nun berichtet eine Zeitung, dass Polizei und Geheimdienste den Attentäter viel früher und intensiver überwachten, als bislang bekannt.

Das fatale Behördenversagen peinigt die Angehörigen, mit denen völlig unzulänglich umgegangen wurde, bis heute. Untersuchungsausschüsse in zwei Bundesländern versuchen seit geraumer Zeit, die Defizite aufzuklären. Doch statt Fakten zu präsentieren, kommen immer neue Ungereimtheiten ans Licht.

Die jetzt öffentlich gewordenen Erkenntnisse, nach denen sich der Tunesier bereits früh via Handykontakten als mutmaßlicher islamistischer Terrorist entlarvte und hätte festgesetzt werden müssen, sind ob der amtlichen Versäumnisse schockierend.

So beruhigt es wenig, wenn der Bundesinnenminister gerade stolz auf vereitelte Anschläge verweist. Dafür gibt es weiterhin zu viele Gefährder in unserem Land. Und noch mehr kommen im Gefolge besiegter IS-Krieger hierher. Wenn Behörden, Geheimdienste, Ermittler, aber auch die Politik aus den Versäumnissen im ganz offensichtlich immer noch unzulänglich aufgeklärten Fall Amri nicht endlich die notwendigen Lehren ziehen, verspielen sie das Vertrauen der Bürger. Denn Sicherheit, das sollten sich auch die Partner einer möglichen GroKo ins Stammbuch schreiben, ist die Voraussetzung von allem. 

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