Kommentar zu den A49-Plänen: Weit aus Fenster gelehnt

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Die Chancen für den Weiterbau der A49 im Schwalm-Eder-Kreis stehen laut Verkehrsministerium gut. HNA-Redakteur Max Holscher sieht die Versprechungen kritisch.

Der hessische Ministerpräsident hat sich geärgert: Dass frühere Kollegen wie Verkehrsminister Florian Rentsch öffentlich die Landesregierung für ihre A49-Lethargie kritisierten, hat Volker Bouffier nicht geschmeckt. Unter Ex-Koalitionären macht man sowas nicht. Durch die Vorwürfe sah er sich herausgefordert, in die Offensive zu gehen.

Mit seiner Äußerung, er sei sehr zuversichtlich, dass der A49-Abschnitt zwischen Neuental und Schwalmstadt ab Sommer angeschlossen wird, hat Bouffier sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt.

Denn auch die Grünen um Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bringt Bouffier unter Zugzwang. Sie dürfen sich, sofern der Ministerpräsident einen Finanzierungs-Trumpf in der Hinterhand hat, nicht mehr beim Weiterbau sperren, egal, welche Finanzierung kommt – auch eine durch private Investoren, die die Grünen ablehnen. Sonst fallen sie ihrem Landesvater in den Rücken.

Passiert ab Sommer nichts, steht statt einer feierlichen Eröffnung des A49-Abschnitts die Vorstellung des Frankenhainer Tunnels für Pilz- und Fledermauszucht auf der Agenda – und damit würde Bouffier und seiner Regierung genau das widerfahren, was er mit dem Vorpreschen verhindern wollte: als unglaubwürdig dazustehen.

Lesen Sie dazu auch:

- A49: Bouffier legt sich fest

- Lexikonwissen: Die Autobahn A49 im HNA-Regiowiki

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