Kommentar zum Abgang von AfD-Gründer Lucke: Eine logische Konsequenz

Am Wochenende war er als Parteichef abgewählt worden, jetzt hat Bernd Lucke die Konsequenzen gezogen: Der Parteigründer verlässt die "Alternative für Deutschland". Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Wer will, darf das tragisch nennen: In dem Moment, da das Griechenland-Chaos zur Euro-Krise wird, verlässt jener Mann die Alternative für Deutschland (AfD), der diese Entwicklung prophezeit hat. Und der mit seinen euroskeptischen Thesen die Partei ins Europaparlament und in mehrere ostdeutsche Landtage geführt hat: Bernd Lucke.

Der gestrige Partei-Austritt kommt nicht überraschend. Zu deutlich war Luckes Niederlage am vergangenen Wochenende beim Parteitag in Essen ausgefallen, als er seiner Rivalin Frauke Petry unterlag. Gescheitert ist der Parteigründer aber bereits vorher. Mit seinem ungelenk-professoralen Auftreten war er nicht der richtige Mann an der Spitze, um zu verhindern, dass die Partei zum Sammelbecken von Deutschnationalen, rechten Populisten, Pegida-Freunden und Rassisten wurde. Lucke hatte es zugelassen, dass Geister gerufen wurden, welche die Partei nicht wieder loswurde. Insofern ist sein Austritt konsequent, eine Parteineugründung logisch, die Erfolgschance aber unsicher.

Und die AfD? Da kann Frauke Petry nun schalten und walten, wie sie will. Die Partei wird radikaler werden, der ideologische Kurs führt wahrscheinlich in Richtung eines deutschen „Front National“.

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